Martin Häusling: Newsletter Juli 2015

Martin Häusling: Newsletter Juli 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

endlich Urlaub! Wie gern verabschiedet sich jede/r von uns in die verdiente Sommerpause. Und das mit großer Zufriedenheit, wenn die geleistete Arbeit von Erfolg gekrönt war.

Von Pause kann für einige keine Rede sein: Die französischen Milchbauern, die den ruinösen Preiswettkampf in Europa nicht länger hinnehmen wollen, sind keine Störenfriede dieser wohlverdienten Ruhe. Sie fordern ein, was die Politik allen Milchbauern Europas seit Monaten schuldig ist: eine europaweite Strategie aus der Milchkrise.

Beim deutschen Agrarminister Christian Schmidt (CSU) scheint diese Erkenntnis noch nicht angekommen zu sein. Dessen Lehrmeisterei gegen ihre französischen Kollegen stößt auch hiesigen Landwirten sauer auf. Viel zu lange haben der Bauernverband und die deutsche Ernährungsindustrie auch ihnen weis gemacht, dass Wettbewerbssteigerung und Exportmarktorientierung ihre Zukunft sichern werden. Stattdessen finden sie sich jetzt in einem Dumping-Wettstreit mit ihren europäischen Kollegen wieder, der auch ihre Existenzen bedroht.

Zu Recht protestieren sie dagegen, Verlierer und Verantwortliche der Krise zugleich zu sein und fordern, dass die Krise endlich in ihrer Dimension wahrgenommen wird und eine europaweite politische Strategie nicht länger warten kann.

Ein eindrucksvolles Zeichen setzten Europas Bürger vor wenigen Tagen in einem ganz anderen Sinne: Mehr als eine halbe Millionen Menschen beteiligten sich an einer EU-weiten Kampagne, die die Kommission zum Erhalt der bestehenden, weitgehend bewährten EU-Naturschutzgesetzgebung auffordert.

Vielen Dank an alle, die sich daran beteiligt und für den Erhalt des einmaligen europaweiten Netzwerks Natura 2000 stark gemacht haben. Dennoch heißt es in diesem Herbst sehr genau hinschauen, ob die Kommission die Botschaft wirklich verstanden hat und ihre „Fitness"-Pläne für eine Zusammenlegung der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie endgültig aufs Eis legt.

Wir bleiben dran und wünschen Ihnen und Euch bis dahin einen schönen Sommer,

Ihr/ Euer Martin Häusling

Themen des Newsletter (im Anhang):