Mobilität für Menschen: Verkehrswende in Wartenberg

Mobilität für Menschen: Verkehrswende in Wartenberg

Pressemitteilung Bündnis90 / Die Grünen Wartenberg

Am Dienstag fand im Gasthaus Reiter, auf Einladung des Ortsverbands der Grünen Wartenberg, die Veranstaltung „Mobilität für Menschen: Verkehrswende in Wartenberg“ statt. Der Einladung folgten unter anderem der gemeinsame Landratskandidat Hans Schreiner (FW, Grüne, SPD) und ca. 25 Mitbürger*innen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch die Spitzenkandidatin Melanie Falzetta und den Bürgermeisterkandidaten Dominik Rutz, der gleich zu Beginn meinte: "Wir müssen uns unbedingt dafür einsetzen, dass die Busverbindungen von und nach Wartenberg verbessert werden. Ich denke da vor allem an die Taktung der Linie 501 von Erding über Wartenberg nach Moosburg. Auch die fehlende Busanbindung Wartenbergs zum Flughafen München, an dem viele Wartenberger*innen arbeiten, ist unverständlich und muss dringend verbessert werden." Auch Falzetta zeigte akuten Handlungsbedarf auf: "Wartenberg ist eine Pendlergemeinde, aber mit dem öffentlichen Nahverkehr kommt man da leider nicht sehr weit. Das Angebot ist sehr eingeschränkt und der Landkreis Erding kommt seiner Aufgabe nur sehr unzureichend nach."

Es folgte der Vortrag von Dr. Markus Büchler, Mitglied des bayrischen Landtags. Er ging auf die Verkehrspolitik der vergangenen Jahre ein, in denen viel zu einseitig in den Ausbau des individuellen Straßenverkehrs und viel zu wenig in die Bahn bzw. den öffentlichen Nahverkehr investiert wurde. Dabei ist die Bahn das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Dies belegte er mit Zahlen die deutlich zeigen, dass in Deutschland viel zu wenig in die Schieneninfrastruktur investiert wird. In Deutschland stiegen die pro Kopf Ausgaben für die Bahn in den vergangen 5 Jahren zwar deutlich von 44 auf 77 Euro. Das ist aber im Vergleich zu unseren Nachbarländern immer noch sehr wenig. Die Schweiz gibt 365 und Österreich 218 Euro aus. Der ländliche Raum braucht einen starken und leistungsfähigen ÖPNV. Büchler setzt sich deshalb für eine Mobilitätsgarantie ein, bei der der ländliche Raum im Stundentakt von fünf Uhr morgens bis Mitternacht angebunden ist. Er zeigte Beispiele wie es funktionieren kann und präsentierte seine Ideen, wie gerade der öffentliche Nahverkehr aufgewertet werden kann. Andere Gemeinden bieten z.B. Möglichkeiten, das Fahrrad auch im Bus mitzunehmen. Zu jeder Haltestelle gehörten auch überdachte Fahrradständer und ein Echtzeitinformationssystem zum ÖPNV würde die Kunden jederzeit über die Ankunftszeit und Anschlüsse informieren. Auch bei den Tarifgestaltung geht es viel einfacher z.B. mit der Einführung eines 365 Euro Tickets.

Im zweiten Vortrag des Abends ging Alfred Schreiber, Vorsitzender des VCD Erding und grüner Kreisratskandidat, auf die konkrete Situation im Landkreis Erding ein. Er zeigte in seinem emotionalen und kurzweiligen Vortrag an vielen Beispielen auf, wie sehr der Landkreis und allen voran der Landrat seine Aufgaben beim öffentlichen Nahverkehr in den letzten Jahren vernachlässigt hat. Er ging auf die Situation der S-Bahnlinie S2 von Erding nach München ein. Hier ist es vor allem der fehlende 2 gleisige Ausbau zwischen Erding und Markt Schwaben, der für die vielen Ausfälle und Verspätungen verantwortlich ist. Dieser Ausbau ist seit Jahren überfällig. Er ging auch auf den neuen Bahnhof in Erding ein. Es ist geplant, diesen, seiner Meinung nach, leider an der falschen Stelle zu bauen. Er kann nach dem derzeitigen Planungsstand so niemals an das überregionale Schienennetz angebunden werden. Er führte noch weitere Beispiele an, wie die Situation konkret bei uns vor Ort verbessert werden müsste. Eine stündliche Buslinie von Dorfen, Taufkirchen über Wartenberg und dann zum Moosburger Bahnhof, bzw. zum Flughafen würde die Gemeinden deutlich besser an den MVV anbinden und auch die Städte besser miteinander verbinden.

Im Anschluss an die Vorträge folgte eine lebhafte Diskussion, in der deutlich wurde, wie sehr der Landkreis Erding beim ÖPNV abgehängt ist. Gerade für Wartenberg muss es deutliche Verbesserungen geben. Hier machten Rutz und Schreiber deutlich, dass sie sich hier im Kreis und vor Ort für laufende Verbesserungen einsetzen wollen. Das Thema darf nicht nur kurz vor den Wahlen aufgegriffen werden. Die Weiterentwicklung des ÖPNV braucht Konzepte, die das gesamte Verkehrssystem im Landkreis berücksichtigen und dann Willen die Lage zu verbessern.