Bericht aus dem Jugendhilfeausschuss von Christoph Sticha

Bericht aus dem Jugendhilfeausschuss von Christoph Sticha

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses zeigte sich leider ein Problem, das sich derzeit durch viele Bereiche zieht. Es fehlt an Personal! Praktisch überall gibt es mehr Bedarf, als durch das Personal gedeckt werden kann. Im Fokus stand diesmal die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung in Kinderbetreuungsstätten wie Kindergärten, wo das Jugendamt in einer Erhebung zu diesem leider wenig überraschenden Erkenntnis kommt und weitere Handlungsempfehlungen im Bereich der Inklusion herausgearbeitet hat.

Außerdem wurden die Förderrichtlinien für Jugendsozialarbeit an Schulen überarbeitet und die Zuschüsse für die Realschulen und Gymnasien erhöht. Leider bleibt die Erhöhung zwar weit hinter den benötigten Stellen zurück, dennoch ist eine Erhöhung natürlich ein wünschenswerter Schritt in die richtige Richtung, weshalb diese einstimmig beschlossen wurde. Zudem entschloss sich der Jugendhilfeausschuss zu einem offenen Brief, der von SPD-Kollegin Ulla Diekmann formuliert wurde, in dem die Staatsregierung aufgefordert wird, die bisherige Förderung des Freistaats auch auf Gymnasien zu erweitern, die bisher nur vom Landkreis ohne Landesmittel gefördert werden müssen. Über ein Drittel der Kosten müssen derzeit weiterhin die Schulen selbst tragen. Meines Erachtens sollte uns die Jugendsozialarbeit an Schulen deutlich mehr Geld wert sein, weshalb ich ausdrücklich den Antrag der SPD-Fraktion auf einen deutlichen Ausbau der Stellen unterstütze, der leider seit Längerem verschleppt und nicht zur Abstimmung gestellt wird.

Ich habe in der Sitzung auch darauf verwiesen, dass wir dringend auf die ehrenamtliche Arbeit der zahlreichen Vereine, Verbände und des Kreisjugendrings angewiesen sind. Entgegen manchen Äußerungen im Ausschuss finde ich es fatal, diesen Ehrenamtlichen Vorwürfe entgegenzuwerfen. Im Gegenteil: diese engagierten Menschen fangen auf, was von Staat und Kommunen nicht geleistet werden kann und verdienen Dank und Anerkennung. Wenn wir zukünftig weiterhin ein breites Angebot vielfältiger Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis anbieten wollen, müssen wir dafür Werben und die Arbeit auch öffentlich mehr anerkennen.

Christoph Sticha