
In der Kreisausschusssitzung vom 25.3.2019 wurde durch Frau van der Heyden ein Bericht über das Frauenhaus Erding gegeben.
Dabei gibt es für mich weiterhin Unklarheiten bzw. Aussagen, die richtig gestellt werden müssen: Frau van der Heyden stellte fest, dass durch einen Fehler des vorherigen Trägers keine Fördermittel für die Interventionsstelle genehmigt werden.
Tatsächlich liegt dem aber ein Beschluss der Kreistages auf Antrag der CSU-Fraktion zugrunde: Der SkF hatte 2 Jahre lang die Interventionsstelle zu 100% finanziert. Nachdem dann an den Landkreis der Antrag auf Zuschuss gestellt wurde, informierten sich alle Fraktionsvorsitzenden auf Einladung des SkF über die Interventionsstelle, auch die Polizei betonte die Wichtigkeit.
Alle Fraktionsvorsitzenden waren sich einig, dass diese erhalten bleiben sollte. Daraufhin stellte der Fraktionsvorsitzende der CSU, Herbert Knur, den Antrag, dass der Landkreis die Interventionsstelle unterstützen solle. Dies fand eine klare Mehrheit.
Die Interventionsstelle war politisch gewollt – auch ohne Fördergelder. Im übrigen haben wir das auch an einigen Schulen bei der Jugendsozialarbeit: Wir bekommen keine Fördergelder, weil wir zu früh gestartet sind. Auch hier zu Recht und politisch gewollt. Frau van der Heyden berichtete darüber, dass seit Mitte 2018 der Frauennotruf Erding in Betrieb gegangen ist.
Meine Nachfrage, dass die Telefonnummer Frauennotruf nicht auf der Homepage des Frauenhauses steht, wurde etwas flapsig abgetan, da sie sich nicht jeden Tag die Seite anschauen könne. Dies wurde mittlerweile geändert. Allerdings finde ich auch auf der Seite des Landkreises Erding unter Frauennotruf viele Telefonnummern, allerdings kein Frauennotruf Erding. Im Erdinger Anzeiger steht die gleiche Telefonnummer für Frauenhaus Erding/Frauennotruf, bei der SZ ist der Frauennotruf München angegeben und bei ED Live der Frauennotruf Freising (den es gar nicht mehr gibt).
Auch ergibt die Suche auf Seite des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, bff, auf der alle Frauennotrufe gelistet sind, keinen Treffer. In den Förderrichtlinien des bayerischen Staatsministeriums für Frauennotrufe ist klar geregelt, dass Öffentlichkeitsarbeit sowie zielgruppenspezifische Präventionsarbeit Voraussetzung für Förderung ist. Wo wurde denn die Nummer des Frauennotrufes veröffentlicht, der bereits seit Mitte 2018 freigeschalten ist?
Mich würde interessieren, wie denn die Frauen, die laut Statistik beim Frauennotruf angerufen haben, die Telefonnummer herausgefunden haben. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass Interventionsstelle, Frauenhaus und Frauennotruf laut Förderrichtlinien völlig unabhängig voneinander zu betreiben sind. Frauennotrufe sind auf sexualisierte Gewalt spezialisiert, Interventionsstellen werden im Kontext von polizeilichem Schutz und dem Gewaltschutzgesetz tätig, Frauenhäuser bieten Schutz für Frauen und ihre Kinder. Frauenhäuser und Frauennotruf haben prinzipiell eine feministische Haltung und sind parteilich für Frauen. Wenn auf der Webseite eines Frauenhauses von "Ansprechpartner" die Rede ist, wenn die Mitarbeiterinnen gemeint sind, fehlt eine geschlechtersensible Sprache und spricht nicht für eine feministische Grundhaltung. Frau van der Heyden sprach davon, dass sie den Frauennotruf in ein allgemeines Hilfetelefon umwandeln möchte.
Dagegen spricht, dass der Begriff "Hilfetelefon" mit dem bestehenden nationalen Hilfetelefon besetzt ist, Ungenauigkeiten sollten in der Begrifflichkeit vermieden werden, da hier schnell Verwirrung bei den Betroffenen entsteht.
Im Zusammenhang vom Frauennotruf sprach sie von anderen, von Gewalt betroffenen Menschen wie Männer und Jugendliche. Selbstverständlich muss man alle Opfer von Gewalt im Blick haben, aber nicht beim Thema Frauennotruf. Auch bei anderen Frauenotrufen rufen immer wieder Männer an, die Frauennotrufe verweisen dann an Fachberatungsstellen für Männer, die es gibt. Experten sind sicher, dass die Beratung von Männern in die Hand von Männern gehört.
Im Rahmen der Jugendhilfe, der Erziehungsberatung und des Jugendamtes gibt es bereits Beratungsangebote für Jugendliche, auch diese gehört nicht zu den Aufgaben eines Frauennotrufes.