
Ein Gewitter am Samstag Nachmittag führte im Ortsteil Lappach zu Überflutungen und massiven Schlammablagerungen an zahlreichen Gebäuden.Für die betroffenen Dorfener Bürger ist dies schlimm genug. Und nur durch die gemeinsame Arbeit von Bauhof, Feuerwehr und die Anwohner vor Ort konnte schlimmeres verhindert werden.Als Hochwasserreferent der Stadt konnte ich mir am Sonntag Mittag ein Bild von der Lage machen.Überall noch Schlamm und die Bewohner beim säubern ihrer überfluteten Garagen und Höfe.Nach den extremen Überschwemmungen in Niederbayern in den letzten Wochen mag dieses lokale Ereignis verhältnismäßig unspektakulär klingen. Bei genauerer Betrachtung der Umstände ist dies jedoch bei weitem nicht der Fall.Folgt man den Schlammspuren vor Ort, ist die Ursache schnell ausfindig gemacht. Die Rohplaniearbeiten der A 94, mehrere 10.000m² verdichteter Baugrund der kein Wasser aufnehmen kann und die für die Ableitung zuständigen 2 Gullis verschlammt und überspült.Wenn wie in Simbach extreme Niederschläge bis zu 200l/m² vom Himmel stürzen ist dies technisch schwer zu beherrschen. Das Dorfener Gewitter war mit ca. 30l/m² ein mittlerer Niederschlag der häufig vorkommt.In Anbetracht der Tatsache das bereits am Wochenende zuvor der Ortsteil in Lappach nur knapp an einer Überschwemmung vorbeigeschrammt ist, müsste die verantwortliche Bauleitung bereits vorgewarnt gewesen sein.Ich hoffe dringend, dass die verantwortliche Baufirma für die Schäden und Unkosten die die Dorfener Bürger hatten großzügig aufkommt und baldmöglichst technische Nachbesserungen einleitet.Besonders brisant hierbei ist die Tatsache, dass der Bachlauf Lappach ein strenges europäisches FFH-Schutzgebiet ist. Dass die Lappach u.a. für deren empfindliche Gewässerfauna unter Schutz gestellt wurde. Die im Gebiet geschützte und deutschlandweit vom Aussterben bedrohte Bachmuschel ist gegen jegliche Sedimentfracht im Bach extrem empfindlich.Vor dem Oberverwaltungsgericht wurde von Technikern und Ökologen dargelegt wie ein Eintrag von Schlamm in die Gewässer definitiv verhindert werden kann. Die Richter sind bei diesem entscheidungserheblichen Belang den Technikern in deren Argumentation gefolgt.Am Samstag sind hunderttausende Liter Wasser mit Schlamm und Sand in die Lappach geflossen. Das Wochenende davor auch.Es wäre schön wenn die verantwortlichen Richter sich die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis vor Ort ansehen würden.Der Wetterbericht sagt wieder Gewitter voraus. Nicht auszumahlen welche Schäden für Mensch und Natur entstehen, wenn es tatsächlich sehr starke Niederschläge bei uns gibt.
Gerald Forstmaier Hochwasserreferent der Stadt Dorfen