Antrag zum Ausbau der Breitbandversorgung in Erding.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

bitte legen Sie dem Stadtrat folgenden Antrag zur Beratung und Beschlussfassung vor:

Der Stadtrat möge folgende Maßnahmen beschließen, um den dringend nötigen Breitbandausbau in unserer Stadt voranzubringen:

Die beiden Maßnahmen sollen getrennt abgestimmt werden.

Begründung:

Deutschland ist mittlerweile beim Ausbau der Breitbandversorgung so stark zurückgefallen, dass es nicht einmal mehr zu den 22 europäischen Ländern zählt, die es auf einen Anteil von mehr als 1% an leistungsfähigen Daten-Anschlüssen bringen.

Dies hat unter anderem auch den Grund, dass es oft versäumt wird oder schwierig ist, bei Neuerschließung die Leitungsverlegung so zu koordinieren, dass verschiedene Sparten ( Stromversorgung / Daten ) gemeinsam verlegt werden und eine spätere Nachrüstung aus Kostengründen scheitert. Die Netzbetreiber sind meist nur nach Zuzahlung durch Staat und Gemeinden bereit ihre Infrastruktur zu verbessern, wie es auch der Ausbau in schlecht versorgten Teilen des Stadtgebietes gezeigt hat.

Deshalb ergreifen immer mehr Gemeinden die Eigeninitiative und nehmen das Thema selbst in die Hand. Als mögliches Beispiel, wie dies in Erding laufen könnte, kann man sich an der Stadt Dachau orientieren.

Dort werden bei allen Straßenbau- und Sanierungsmaßnahmen Leerrohre für eine spätere Breitbandversorgung verlegt, die – wenn ein passender zusammenhängender Teilbereich entstanden ist – verkabelt werden.

In Dachau hat man dafür die Dachau CityCom GmbH gegründet, an der neben den Stadtwerken Dachau die KOMRO GmbH aus Rosenheim beteiligt ist. Die KOMRO GmbH ist eine Tochter der Stadtwerke Rosenheim und betreibt das dortige Telekommunikationsnetz, stellt aber seine Kompetenz auch anderen Städten zur Verfügung. Die Dachau CityCom GmbH wird von beiden Partnern paritätisch und gleichberechtigt geführt. Jeder bringt seine Stärken ein: Die Stadtwerke Dachau stellen die passive Infrastruktur und steuern die kaufmännische Seite, die KOMRO GmbH erstellt die Netzkonzeption und überwacht die aktiven Komponenten des Netzes.

Das eigene Netz bietet natürlich für die Stadtwerke auch die Option sich an zukünftige intelligente Zähler und Steuerungen einfach anbinden zu können um intelligente Netze aufbauen zu können (Last- und Einspeisemanagement), was bei zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Stromversorgung unabdingbar ist.

Falls man zum Ausbau eines Netzes nicht bereit ist. kann man die vorhandene Leerrohr Infrastruktur natürlich auch an andere Netzbetreiber abgeben (Vermieten, verkaufen etc.)

Der Ausbau der Breitbandversorgung, sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden, da es den Standort Erding auch zukünftig für Unternehmen mit vermehrtem Datenaufkommen interessant macht (IT-Branche), aber auch zunehmendes Datenaufkommen für Heimarbeitsplätze (Verkehrsvermeidung), Bildung und Unterhaltung fordert hohe Bandbreiten.

Darüber hinaus kann auch die bei Netzbetreibern aus Kostengründen wieder vermehrt auftretende oberirdische Leitungsverlegung vermieden werden.

Mit freundlichen GrüßenGünther Kuhn, Herbert Maier, Nicole Sievers

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