
Die GAL Dorfen wurde von verschiedener Seite gefragt, wie groß heute eigentlich noch der Anteil an Holz als Energiequelle für das Fernwärmekraftwerk ist. Es wurde befürchtet, dass durch die laufende Erweiterung des Fernwämenetzes der Holzkessel nicht mehr ausreichen könnte und deshalb vermehrt mit der nicht-regenerativen Energiequelle Erdgas geheizt wird.
Wir haben daher bei Hern Figl, dem Leiter der Stadtwerke, nachgefragt. Seine umfassende Antwort hat uns aber davon überzeugt, dass die Dorfener Fernwärmeversorgung nach wie vor einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Hier die Antwort von Herrn Figl:
"Das Heizkraftwerk wurde 2007 in Betrieb genommen. Es hatte damals einen Wärmeabsatz von 1 Mio kWh, wobei 98 % der Wärme aus Holz und 2 % aus dem Erdgaskessel stammten.
Bis zum Jahr 2010 hat sich der Wärmeabsatz fast verfünffacht. Dabei stammten 78 % der Wärme aus Holz, 21 % aus Blockheizkraftwerken (BHKW), die mit Erdgas betrieben werden, und 1 % aus einem Erdgaskessel. Für das Jahr 2015 geht Herr Figl von einem Wärmeabsatz von 7 Mio. kWh aus. Dabei werden 60 % der Wärme aus Holz erzeugt werden, und 15 % in BHKW mit Biomethan (!). Das heißt, dass 75 % der Wärme aus regenerativen Quellen stammen. Nur die restlichen 25 % kommen aus BHKWs, die mit Erdgas betrieben werden. Dabei muss man betonen, dass Blockheizkraftwerke die Primärenergie sehr effizient ausnutzen (s.unten) und neben der Wärme auch noch Strom in das Netz einspeisen.
In den Sommermonaten Juli und August ist der Leistungsbedarf so niedrig (ca. 200 bis 300 kW), dass der Betrieb des Holzkessels mit seinen 1500 kW ineffizient wäre. Ein BHKW reicht dann völlig aus. Außerdem wird diese Zeit genutzt, um die große Wartung des Holzkessels durchzuführen.
Das zeigt, dass unser Heizwerk aus Sicht des Umwelt- und Klimaschutzes in vielerlei Hinsicht ein Vorzeigeobjekt ist. Darüber hinaus beträgt der Primärenergiefaktor (P) laut der letzten externen Ermittlung 0,2, während der deutsche Durchschnittswert bei ca. 0,9 liegt. Wir sind also deutlich besser. Ein zweiter Holzkessel ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wirtschaftlich.
Wir betreiben derzeit 3 hocheffiziente, stromerzeugende und flexibel fahrbare BHKWs; zwei mit Erdgas und eines mit Biomethan. Wir erzeugen damit auch Strom. Strom, der dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) genügt. Ganz abgesehen davon leisten wir so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit beim Strom – sowohl was Dorfen betrifft, als auch darüber hinaus."