
Die Dorfner Grünen luden unter dem Motto „Billiges Schnitzel – armes Schwein?“ den Tierarzt und Umweltreferenten der Stadt Ingolstadt Dr. Rupert Ebner ins Gasthaus am Markt ein.
Ebner zeigte sich als Verfechter der bäuerlichen Landwirtschaft, für die er sich nicht nur als Umweltreferent, sondern auch bei Slow Food, der Organisation für gutes Essen, einsetzt. Er sprach sich deutlich gegen einen strategischen Einsatz von Antibiotika aus. Strategisch bedeutet eigentlich prophylaktisch oder: zur Leistungssteigerung, also zur schnelleren Zunahme in der Mast.
Der Einsatz von Antibiotika über das medizinisch notwendige Maß hinaus führe aber zur bedenklichen Zunahme von Resistenzen. Und so werden in der Medizin mehr und mehr wichtige Mittel unwirksam. Äußerst kritisch sah Ebner auch die Zunahme des Schmerzmitteleinsatzes in der Tierhaltung. Laut einer Studie der LMU hätten 91% der Schlachtschweine Beinschäden wegen der Haltungsbedingungen. Damit die Tiere dann trotz der Schmerzen weiter zum Futtertrog gehen, werden Schmerzmittel eingesetzt.
Diese Medikamente werden inzwischen zunehmend zum Problem im Grundwasser. Ebner forderte eine Renaturierung der Moore in Deutschland. Diese machen nur 8% der landwirtschaftlichen Fläche aus, sind aber für 25% der Treibhausgasemissionen der ganzen Landwirtschaft verantwortlich. Hier wäre also ein guter Hebel die Landwirtschaft schnell klimafreundlicher zu gestalten. Laut Ebner produziert die deutsche Landwirtschaft momentan immer mehr für den Export, wobei viele Futtermittel wie z.B. Soja importiert werden.
Dies führt zur aktuellen Gülle- und Nitrat-Problematik. Zum Schluss formulierte Ebner seinen Wunsch für die Tiere in unserer Landwirtschaft so: „artgerechte Haltung und Fütterung, kurze Transporte und schmerzfreie Schlachtung“.