
Mittwoch, 26. September 2018, 19:30 Uhr im Bluespunkt Oberdorfen
Man stelle sich einmal vor, jedes zweite Supermarktregal bliebe künftig leer. Geht das Insektensterben weiter wie bisher, sieht es tatsächlich bald so aus. Was tun?
Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, kommt am Mittwoch, 26. September nach Dorfen, um mit den BürgerInnen über giftfreie Landwirtschaft zu sprechen. Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr im Bluespunkt in Oberdorfen. Landtagskandidatin Ursula Frank-Mayer moderiert anschließend eine Diskussion mit den Gästen.
Es gibt verschiedene Wege, wie Landwirtschaft ökologischer gestaltet werden kann. „Das nun endlich ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangte Artensterben hat viel mit dem Spritzmitteleinsatz in der Landwirtschaft sowie mit der ungeheuren Intensivierung zu tun“, so Gisela Sengl. Nach ihrer Ansicht ist dringend ein grundsätzlicher Umbau der europäischen Agrarsubventionen nötig. Anstatt den reinen Flächenbesitz zu bezuschussen, müssten die ökologischen und gesellschaftlichen Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe stärker gefördert werden.
Gisela Sengl ermutigt die LandwirtInnen und die VerbraucherInnen auch, sich auf regionaler Ebene zu organisieren, um die Wertschöpfung vor Ort zu halten. Dazu gehöre auch, die Verarbeitung der Produkte möglichst in der Region zu organisieren. Wichtig sei außerdem, dass angehende Bauern und Bäuerinnen in den Landwirtschaftsschulen gemeinsam und zu gleichen Anteilen den konventionellen Anbau und den biologischen Anbau erlernen.
Für das Anlegen von Gewässerrandstreifen, Blühstreifen, Ackerrainen oder Feldhecken sowie für tiergerechte Haltungsformen müssten verstärkt Gelder fließen, denn schließlich müsse sich die Landwirtschaft für die Bauern und Bäuerinnen rechnen. „In Bayern gibt es dazu schon einige gute Ansätze wie z.B. das Kulturlandschaftsprogramm", so die Agrarpolitikerin, „die müssten aber deutlich ausgebaut werden“.