Dorfener Freibad: Neubau günstiger als Sanierung?

Dorfener Freibad: Neubau günstiger als Sanierung?

In der Stadtratssitzung im Februar 2018 bekam der Stadtrat die Information, dass das Dorfener Freibad ein kompletter Sanierungsfall sei und die drohende Schließung 2022 oder 2023 bevor stehe.

Das war insofern überraschend, da es zwar offensichtlich war, dass das Freibad saniert werden muss (dafür wurden auch Mittel im Haushalt bereit gestellt), aber von einem „kompletten Sanierungsfall“ und gar einer bevorstehenden Schließung war bisher nie die Rede!

Bei meiner Nachfrage beim technischen Bauamt erfuhr ich, dass es keine aktuelle detaillierte Untersuchung oder gar ein Gutachten zum Zustand des Freibades gibt. Es war für mich lediglich ein Aktenvermerk einsehbar.

Weiter wurde dem Stadtrat in dieser Sitzung im Februar mitgeteilt, dass eine Sanierung des Freibades ca. 5 Millionen Euro kosten würde, ein Neubau an einem neuen Standort ca. 8 Millionen (ohne Erschließungskosten).

Umso mehr verwundert die jetzige Aussage von Seiten des technischen Bauamts, dass ein Neubau „günstiger wäre, als das alte Bad zu sanieren“. (siehe Artikel vom 28.4.) Bisher ist auch die Behauptung (siehe Artikel vom 28.4.) nicht belegt, dass im Falle einer Sanierung am Standort der Bestandschutz wegfalle und das Bad in der Bauphase zwei Jahre geschlossenen werden müsse, das muss juristisch und planerisch untersucht werden.

Alle diese Aussagen beruhen auf Vermutungen und Schätzungen, deshalb braucht der Stadtrat belastbare Zahlen, Untersuchungen und Gutachten. Erst dann können so weit reichende und kostenintensive Entscheidungen getroffen werden.

In der Stadtratssitzung am 18.4. hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, dass vor einer Konzepterstellung zur Verlagerung der Sportflächen, die Verwaltung beauftragt wird, die im Antrag der GAL vom 3.4.2018 aufgeworfenen Fragestellungen im Rahmen der Variantenprüfungen zu berücksichtigen und eine Bürgerversammlung einzuberufen.

Wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, können verlässliche Aussagen über die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit einer Sanierung oder eines Neubaus des Freibades, am jetzigen Standort oder in Rutzmoos, gemacht werden.

Mit freundlichen Grüßen Ursula Frank-Mayer Fraktionsvorsitzende der GAL im Dorfener Stadtrat

P.S. 2014, bei der 50-Jahre-Feier, wurde das Freibad noch für die hohe Wasserqualität, die familiäre Atmosphäre und die günstige innerstädtische Lage –auch vom Bürgermeister- gelobt. Der Dorfener Anzeiger titelte: „Nasse Freuden im Herzen der Stadt“