Die Grüne Liste in Finsing ist gut aufgestellt

Die Grüne Liste in Finsing ist gut aufgestellt

Der 15. November 2019 ist ein Finsinger Meilenstein, denn wir stellten die erste grüne Liste der Gemeinde auf.

Alle 16 Listenkandidat*innen waren anwesend, ebenso einige Zuschauer*innen und Parteimitglieder*innen.

Professionell und konzentriert geleitet wurde die Versammlung von Helga Stieglmeier und Lena Geiger. Johannes Becher (MdL) lockerte die Versammlung mit einer Schlussrede auf und motivierte die Kandidaten für den Wahlkampf.

Den Einstieg der Vorstellung machte Andrea Struck, Spitzenkandidatin und Gemeinderätin, mit einer emotionalen Rede. Unter anderem: „Ich habe in den letzten Jahren einen grünen Stein ins Rollen gebracht, aber jetzt möchten ich Berge versetzten! Ich möchte weiterhin für eure Themen ansprechbar sein und mich im Rat dafür einsetzen. Umweltschutz, Artenschutz, alternative Verkehrskonzepte, vielfältige Sozialthemen: wir sind eine starke Liste mit starken Persönlichkeiten, Menschen mit Herz und Verstand, Mut und Kreativität.“

Bernhard Faschinger, wandte sich teils direkt an die anwesenden Gäste, unter anderem den amtierenden Bürgermeister Max Kressierer mit der Forderung nach zukunftsorientierten Bepflanzungen und Schutzmaßnahmen für erhaltenswerte Habitate sowie nachhaltigerem Planen und Bauen. Er setze sich mit viel Wissen und Know How für Verbesserungen in diesen Punkten ein, sollte er in den Rat gewählt werden.

Michaela Gossman steht besonders für die sozialen Themen. „Ich möchte mich einsetzen für Mehrgenerationeneinrichtungen, öffentliche Begegnungsräume, offene Angebote für Kinder und Jugendliche, eine naturnahe Ortsgestaltung und ein offenes und tolerantes Miteinander. Ich möchte einen positiven und kreativen Ansatz in der Kommunalpolitik, die von den Chancen ausgeht und nicht von den Bedenken.“

Platz 4 belegt Thomas Ziehl „Der Schutz unserer Lebensgrundlagen sollte an erster Stelle stehen. Für ein gutes Miteinander braucht es soziale Gerechtigkeit und eine starke Demokratie, in der alle die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen. Nicht nur die Natur, sondern auch Kunst und Kultur sind für uns Menschen eine Lebensgrundlage, die gepflegt werden sollte.“

Die wohl bewegendste und persönlichste Rede hielt Sophia Herff: „Kennt ihr das? Kennen Sie das? Die Fragen und Aussagen, die mir immer wieder begegnen? ‚Woher kommst du? Woher kommen deine Eltern? Bist du schon lange in Deutschland? Du sprichst aber gut Deutsch. Ach, du bist hier zur Schule gegangen und hast auch studiert? Alle Achtung. Das hätte ich dir nicht zugetraut.‘ Warum eigentlich nicht? Ich bin Sophia Herff, 47 Jahre alt, geboren in Indien und aufgewachsen im Rheinland. Ich wohne seit fast 20 Jahren in Neufinsing und Deutsch ist meine Muttersprache. 2011, nach dem GAU in Fukushima bin ich den GRÜNEN beigetreten. Wirklich aktiv geworden bin ich aber erst dieses Jahr, nachdem eine Wahl nach der anderen von einer Partei erschüttert wurde, die ich persönlich nicht als bürgerlich bezeichnen würde. Die persönlichen Anfeindungen wurden schlimmer. Wenn ich nicht mehr einkaufen gehen kann, ohne die Worte zu hören: „Schon wieder so eine Schwarze“, dann stimmt meiner Meinung nach in unseren Gemeinden etwas nicht. Ich möchte in einem Land leben, in dem Jedermann ungeachtet seiner Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Geschlecht, sexueller Orientierung und religiöser Weltanschauung frei nach dem Grundgesetz und der universalen Menschenrechte leben kann. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar und jeder hat das Recht auf eine freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.“

Auch jeder der anderen Kandidaten hatte etwas zu sagen. Franz Xaver Peischl möchte sich für eine lebenswerte Umwelt und einen respektvollen Umgang mit einander einsetzen und das schon bei Kindern fördern.

Annett Burgarth ist für ein buntes Miteinander in der Gemeinde, stellte jedoch klar, wo für sie Grenzen in der Kommunikation mit Personen des rechten Spektrums liegen. Außerdem setzt sie sich aktiv für den Tierschutz ein und fordert ein Umdenken in Ernährung und Konsumverhalten.

Michael Grindmayer hat das Thema Verkehr im Auge: „Wir müssen umweltbewahrende, intelligentere und effizientere Mobilitätsformen fördern.“

Hannelore Kircher möchte Begegnungen ermöglichen: „Ich bin für mehr Bürgernähe durch Transparenz in der Gemeindepolitik. Ich stehe für ein überlegtes Einbinden von Natur in Lebensräume und umgekehrt. Mein Hauptaugenmerk sind bürgernahe und schwellenlose Begegnungsmöglichkeiten von Jung und Alt auch außerhalb von Vereinen.“

Michael Huber, der jüngste der Liste, möchte Brauchtum erhalten und Toleranz schaffen.

Das Paar Mario Adabbo und Simone Sommer setzt sich gegen rechte Hetze und für Gleichberechtigung und Bürgerrechte ein.

Hans-Jörg Stietzel ist aktiv im Erhalten von Ressourcen und leitet das Neufinsinger Repair Café.

Bettina Linsenmann, Kirsten Strauß-Rohmeis und Heinz Schmidbauer unterstützen die Liste gern und stehen gegen Ausländerfeindlichkeit und für den Erhalt der Natur.