Christoph Sticha wieder zum Sprecher des Kreisverbands gewählt

Christoph Sticha wieder zum Sprecher des Kreisverbands gewählt

Christoph Sticha wurde gestern Abend neben Helga Stieglmeier bei der Kreisversammlung wieder einstimmig zum Sprecher gewählt.

Mit dieser Rede hat er sich bei den Mitgliedern um die Wiederwahl beworben:

Liebe Freund*innen,

seit knapp fünf Jahren bin ich mittlerweile bei den Grünen aktiv, die letzten zwei Jahre davon als Sprecher im Kreisverband. Seitdem hat sich viel verändert. Wir haben zunehmend mit einer erstarkenden Rechten zu tun. Damit verbunden verroht der Gesellschaftliche Diskurs. In den sozialen Medien wird „Gutmensch“ als gängige Beleidigung verwendet, ein Kampfbegriff, mit dem in der NS-Diktatur Kritiker*innen diffamiert wurden. „Nafris“ wird als Abkürzung für Nordafrikanische Intensivtäter als pauschales Schimpfwort gegen dunkelhäutige Menschen von Polizei und Politiker*innen verwendet.

Diese Verrohung bleibt aber nicht im Internet, sondern findet zunehmend auch auf der Straße statt. In letzter Zeit muss ich mich auf der Straße beschimpfen, beleidigen und bedrohen lassen, wenn ich mit meinem Freund unterwegs bin. Einfach nur, weil ich die Hand eines anderen Mannes halte. Dabei wird auch nicht vor körperlicher Gewalt haltgemacht.

Deshalb bin ich in der Politik aktiv und deshalb ist politisches Engagement gerade jetzt so wichtig. Wir wollen ein friedliches Miteinander und kein hasserfülltes Gegeneinander.

Wir stehen damit nicht alleine da. Derzeit verbuchen alle demokratischen Parteien, auch wir, Mitgliederzuwächse. Wir müssen unsere Demokratie aktiv leben und offen miteinander Debattieren. Es ist wichtig, dass wir mit den anderen demokratischen Parteien reden. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr einen jungpolitischen Stammtisch mit den anderen Parteijugenden ins Leben gerufen, deshalb haben wir gemeinsame Aktionen mit den jungen Freien Wählern und den Jusos gemacht, wie die Refugees-Welcome-Party oder eine gemeinsame Aktion zur Ehe-Öffnung. Deshalb haben wir gemeinsam mit der SPD und der ÖDP einen Antrag für eine Jugendberatungsstelle für schwule, lesbische, trans- und intergeschlechtliche Jugendliche im Kreistag gestellt. Trotz der Meinungsverschiedenheiten, die wir natürlich mit anderen Parteien haben, teilen wir uns eine gemeinsame demokratische Basis, auf der wir diskutieren können und uns klar von Rechts abgrenzen müssen.

Innerhalb dieses demokratischen Spektrums kämpfen wir für eine offene Gesellschaft, für die Gleichstellung von Schwulen, Lesben, trans- und intergeschlechtlichen Menschen, denn wir sind die Homolobby. Wir kämpfen für die Gleichstellung von Frauen, denn auch hier sind wir noch nicht am Ziel und wir müssen weiter unbequem bleiben. Wenn die Polizei sich auf Twitter rassistisch äußert, muss es eine Selbstverständlichkeit sein, das offen zu kritisieren.

Uns steht ein unglaublich wichtiger Wahlkampf bevor, in den wir mit einer starken jungen Kandidatin starten, denn jetzt sind starke Grüne wichtiger denn je. Ich möchte diesen Wahlkampf mit euch rocken, also packen wir’s gemeinsam an!