Die neuen Retter des Isentals

Die neuen Retter des Isentals

So sicher wie Weihnachten am 24. Dezember kommt, so sicher war, dass die Autobahn viel Lärm verursachen wird.

Verfolgte man die Klageverfahren der Anwohner, konnte man schnell erkennen, dass die Grenzwerte beim Lärmschutz gesetzlich in Deutschland viel zu großzügig angesetzt sind. Sie bieten kaum Hilfe für lärmgeplagte Anwohner von Autobahnen.

Die neuen Retter des Isentals sind nun plötzlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Sie fordern von der Politik Lärmschutzmaßnahmen und Tempolimits.

War es nicht genau diese unionsgeführte Politik, welche die Isentalautobahn gegen alle ökonomische und ökologische Vernunft, Proteste und Klagen von Anwohnerinnen und Anwohnern durchgesetzt hat? Wo waren diese neuen Retter die vergangenen 40 Jahre? Die Lärmschutzmaßnahmen hätten bei Zeiten in den Verträgen mit der Isentalautobahn GmbH & Co. KG eingefordert werden müssen.

Aufschüttungen, durchgängige Lärmschutzwände oder Flüsterasphalt statt DSH-V Asphalt wären angemessene Lärmschutzmaßnahmen gewesen. Hier hat nicht der Staat gebaut, sondern ein Verbund diverser privatwirtschaftlicher Großunternehmen, die nur ihren Verträgen verpflichtet sind. Tempolimits kann man von der Politik fordern.

Und ein Tempolimit muss her, für die Isentalautobahn und für ganz Deutschland. Den neu erwachten Rettern des Isentals kann man ihr plötzliches Engagement für ein Tempolimit allerdings kaum abnehmen.

Denn es ist noch keine zwei Wochen her, dass CDU/CSU im Deutschen Bundestag den Antrag der Grünen-Fraktion für ein Tempolimit strikt abgelehnt haben. Wir lassen uns jedoch nicht entmutigen und werden weiterhin dafür kämpfen, dass Deutschland nicht – neben Afghanistan und Nordkorea – das einzige Land auf der Welt ohne Tempolimit bleibt.

Maria R. Feckl