Kreisversammlung der Grünen Erding mit Landesvorsitzender Gisela Sengl

Wie schaffen wir mehr bezahlbaren Wohnraum? Wie können bestehende Flächen besser genutzt werden? Und wo muss Politik ansetzen, damit Bauen und Wohnen nicht immer teurer werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unserer Kreisversammlung beim Lindenwirt in Aufhausen. Zu Gast war unsere bayerische Landesvorsitzende Gisela Sengl, die mit den Mitgliedern über konkrete Lösungsansätze für eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit diskutierte.

Wohnen ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit

Gerade im Großraum München und im Landkreis Erding spüren viele Menschen, wie schwierig die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung geworden ist. Gleichzeitig sind auch die Kosten für den Bau neuer Wohnungen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen.

Für Gisela Sengl ist deshalb klar: Es braucht nicht die eine einzelne Maßnahme, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Instrumente. Dabei geht es sowohl um faire Mieten als auch darum, vorhandenen Wohnraum und bereits erschlossene Flächen besser zu nutzen.

Ein Ansatz ist eine dauerhaft wirksame Mietpreisbremse, bei der bestehende Schlupflöcher geschlossen werden. Gleichzeitig sollen Vermieter*innen, die bewusst zu fairen Preisen vermieten, nicht steuerlich benachteiligt werden.

Vorhandenen Wohnraum besser nutzen

Nicht jede neue Wohnung muss auf einer bislang unbebauten Fläche entstehen. Gerade innerhalb bestehender Orte gibt es viel Potenzial.

So können Baulücken geschlossen und baureife Grundstücke stärker für Wohnraum aktiviert werden. Eine Grundsteuer C kann Kommunen dabei ein zusätzliches Instrument geben, damit unbebaute, aber bereits erschlossene Grundstücke tatsächlich genutzt werden.

Auch bestehende Einfamilienhäuser bieten Möglichkeiten. Viele Häuser werden heute nur noch von ein oder zwei Personen bewohnt, obwohl sie ursprünglich für eine ganze Familie gebaut wurden. Wer ein solches Haus teilen oder umbauen möchte, sollte dabei stärker unterstützt werden – beispielsweise durch günstige oder zinslose Darlehen.

Eine weitere Idee: kommunale oder regionale Wohntauschbörsen. Sie könnten Menschen zusammenbringen, deren Wohnbedürfnisse sich verändert haben. So kann beispielsweise eine kleinere, barrierearme Wohnung für ältere Menschen interessant sein, während eine Familie dringend mehr Platz benötigt.

Einfacher und günstiger bauen

Neben der Nutzung vorhandener Gebäude muss auch das Bauen selbst wieder einfacher werden. Mit dem sogenannten Gebäudetyp E sollen Bauprojekte ermöglicht werden, bei denen auf bestimmte kostenintensive Standards verzichtet werden kann, ohne bei grundlegender Sicherheit und Qualität Abstriche zu machen.

Auch weniger Bürokratie kann dazu beitragen, dass Umbauten und Neubauten schneller und günstiger umgesetzt werden können.

Für uns Grüne ist dabei entscheidend: Bezahlbarer Wohnraum und sparsamer Umgang mit Fläche gehören zusammen. Statt immer neue Flächen am Ortsrand auszuweisen, müssen wir stärker darauf schauen, welche Möglichkeiten bereits innerhalb unserer Städte und Gemeinden vorhanden sind.

Berichte von Bezirksversammlung und Landesparteitag

Im Anschluss haben uns Carola Bock von der Bezirksversammlung und Sophia Herff vom Landesparteitag berichtet. Beides waren tolle Tage mit vielen spannenden Themen.

Berichte aus den kommunalen Gremien

Im Anschluss an die Diskussion zum Wohnen berichteten unsere Mandatsträger*innen aus den Gemeinde- und Stadträten sowie aus dem Kreistag über aktuelle Themen vor Ort.

Dabei wurde auch der Rückzug von Konrad Thees aus dem Erdinger Stadtrat thematisiert. Die Erdinger Grünen bedauern seinen Rückzug sehr. Seine Nachfolge im Stadtrat war zum Zeitpunkt der Kreisversammlung noch nicht abschließend geklärt; auch seine Funktion als Co-Sprecher des Ortsverbands bleibt zunächst unbesetzt.

Danke für jahrzehntelanges Engagement 💚

Zum Abschluss der Kreisversammlung stand ein besonders schöner Programmpunkt an: Wir durften mehrere Mitglieder für ihre langjährige Mitgliedschaft bei den Grünen ehren.

2025

  • 25 Jahre: Max Hupfer
  • 30 Jahre: Hans Wolfmüller
  • 40 Jahre: Valentin Georg Dasch, Stefan Glaubitz, Norbert Hufschmid-Steinmetz, Georg Weber
  • 45 Jahre: Jürgen Listl, Franz Leutner, Karl-Heinz Reingruber

2026

  • 25 Jahre: Jessica Sossau-Thiede, Tobias Wolfmüller;
  • 30 Jahre: Leonhard Godl;
  • 40 Jahre: Peter Willim, Hannelore Seeger, Senta Mayer-Bloch, Gisela Hermann-Bouarsa, Robert Grundner

Unsere Kreisvorsitzenden Lisa Schießer und Stefan Lorenz überreichten den Jubilar*innen ihre Urkunden.

So viele Jahre politisches Engagement sind alles andere als selbstverständlich. Sie stehen für jahrzehntelangen Einsatz für ökologische Politik, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür sagen wir von Herzen: Danke!

Abschluss der Veranstaltung

Zum Abschluss der Versammlung gab es noch eine Übersicht über die kommenden Monate und die bevorstehenden Wahlkämpfe in 2028 und 2029. In den kommenden Monaten setzen wir die Grundlagen für erfolgreiche Wahlkämpfe in 2028 und 2029. Wir freuen uns schon!