Johannes Becher zielt auf mehr Transparenz und reicht Anfrage ein
Die neuerlichen Ausbaupläne für den Flughafen München beschäftigen weiterhin auch den Bayerischen Landtag. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte am 23. März auf der 100-Jahr-Feier verkündet, dass die Lufthansa das Terminal 2 für weitere 10 Millionen Passagiere pro Jahr ausbauen wolle. Johannes Becher, stellv. Fraktionsvorsitzender der Landtagsgrünen, hat nun eine Anfrage an die Staatsregierung eingereicht, um die Hintergründe der Ausbaupläne endlich auch für die Öffentlichkeit transparenter zu machen. „Seit Jahren wehrt sich die Flughafenregion gegen die aus der Zeit gefallenen Pläne für den Bau einer dritten Startbahn. Jetzt wollen Lufthansa und Flughafen München GmbH (FMG) mal eben so die Passagierkapazitäten um 20 Prozent ausbauen und damit den Druck für den Bau einer dritten Bahn künstlich erhöhen. Ohne jeglichen Bedarf oder aktuelle Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Flugverkehrsnachfrage. Die Prognosen der Vergangenheit haben sich allesamt als grob falsch erwiesen und umso wichtiger ist es jetzt realistische Prognosen statt Wachstumsfantasien als Grundlage zu haben. Die Zusammenhänge müssen endlich öffentlich gemacht werden!“, fordert Johannes Becher.
Eine aktuelle Luftverkehrsprognose als Planungsgrundlage war laut Aussagen des Bayerischen Verkehrsministeriums in der Fluglärmkommission Anfang Januar 2024 in Auftrag gegeben worden und sollte im Oktober 2025 in der Kommission vorgestellt werden. Kurzfristig wurde die Vorstellung der Prognose dann aber von der Tagesordnung genommen. Mittlerweile haben Recherchen des Münchner Merkur ergeben, dass die neuerliche Prognose zwar existiert, jedoch laut Ministerium vorerst unter Verschluss bleiben soll. „Wir reden hier von Investitionskosten im Milliardenbereich. Der Flughafen ist eine hundertprozentige Tochter der öffentlichen Hand. De facto wird der Ausbau also aus unseren Steuergeldern finanziert. Da wäre mehr Transparenz über die Planungsgrundlagen angebracht“, findet Johannes Becher. Der Moosburger fragt in seiner Anfrage konkret nach den Flugverkehrsprognosen für die kommenden Jahre und den Bedarf für eine dritte Bahn. Zudem geht es um die berechneten Investitions- und Unterhaltskosten für das Projekt dritte Startbahn mitsamt sämtlicher dafür notwendiger Infrastruktur, die geplanten Gewinne durch einen möglichen Bau der zusätzlichen Bahn und darum, welche Anzahl an Flugbewegungen und Passagieren erreicht werden müsste, um diese Gewinne auch tatsächlich zu erzielen. Mit der Antwort der Staatsregierung auf die Anfrage ist in etwa vier Wochen zu rechnen.