Laetitia Wegmann und Konrad Thees (GRÜNE JUGEND) zum Fall Zeno Pfest

Laetitia Wegmann und Konrad Thees (GRÜNE JUGEND) zum Fall Zeno Pfest

Der Isener Ehrenbürger Zeno Pfest war Nazi – und zwar nicht irgendeiner. All das ist eine Schande und eine große Wunde im Selbstbewusstsein des Landkreises Erding, was die eigene Erinnerungskultur angeht. Nun müssen deshalb konkrete Taten folgen. Um die demokratische Integrität des Landkreises Erding und der Gemeinde Isen zu erhalten, fordert die GRÜNE JUGEND jetzt ein 3-Punkte-Reaktionspaket:

Der Isener Ehrenbürger Zeno Pfest war Nazi – und zwar nicht irgendeiner.

Zu dieser ernüchternden Erkenntnis kam Leonhard Seidl bei seinen Vorbereitungen für einen Gedenkabend. Dass die Nazi-Vergangenheit Fests so lange ignoriert und unentdeckt blieb, schockiert uns als Grüne Jugend Erding.

Vor 77 Jahren wurde Deutschland von der grausamen Nazi-Diktatur befreit, die es selbst geschaffen hatte. Die Legende der vielen unschuldigen Mitläufer*innen ist ein Euphemismus, eine bewusst geschaffene Lüge, die sich Nazis erdacht haben, um selbst in der Gesellschaft der frühen Bundesrepublik akzeptiert zu werden. Doch unsere demokratische Zivilgesellschaft muss an sich selbst den Anspruch haben, mit diesem Mythos aufzuräumen und endlich die Schuld derer wie Pfest eingestehen. Viele alte Nazis wurden bereits im Zuge der 68er auch sozial zur Rechenschaft gezogen. Nicht jedoch Zeno Pfest. Stattdessen wurde seine Vergangenheit unter den Teppich gekehrt, um ihn anschließend in anderen Bereichen zu ehren. Besonders schwerwiegend im Fall Pfest ist, dass er nicht „nur Mitläufer“ war, wie Florian Tempel von der SZ in seinem Bericht vom 2. August klar darlegte. Er war eine Nazi-Führungskraft. Als Führungsoffizier bekleidete er einen Posten, der von Hitler höchstpersönlich erdacht worden war, um die Streitkräfte zu fanatisieren und vollkommen mit der gefährlichen Rassenideologie zu indoktrinieren.

All das ist eine Schande und eine große Wunde im Selbstbewusstsein des Landkreises Erding, was die eigene Erinnerungskultur angeht. Nun müssen deshalb konkrete Taten folgen. Um die demokratische Integrität des Landkreises Erding und der Gemeinde Isen zu erhalten, fordert die GRÜNE JUGEND jetzt ein 3-Punkte-Reaktionspaket:

Diese Pressemitteilung soll sowohl dazu aufrufen, die erforderlichen Maßnahmen so schnell wie möglich zu ergreifen, aber eben auch Teil des gesellschaftlichen Dialogs sein. Alle Akteur*innen, die sich selbst als demokratisch verstehen haben eine Pflicht, sich aktiv an der Aufarbeitung des Falls Pfest zu beteiligen.

Konrad Thees und Laetitia Wegmann | Erding/Taufkirchen(Vils), den 05. August 2022