Erfolgreiche Veranstaltung der Grünen Jugend mit Johannes Wagner MdB!

Erfolgreiche Veranstaltung der Grünen Jugend mit Johannes Wagner MdB!

"Ist unser Gesundheitssystem noch zu retten? Wie steht es um unsere Krankenhäuser und das Personal in der Pandemie?" -Veranstaltung zum Gesundheitswesen in Erding mit Personen aus dem Gesundheitssystem Grundlegende Fakten zum Gesundheitssystem.

Die Grüne Jugend Erding hat ihre erste Veranstaltung abgehalten. Zusammen mit der Grünen Jugend Coburg, vertreten durch das Sprecher*innenduo Antonia Friedel und Tom Lauser konnte eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema „Ist unser Gesundheitssystem noch zu retten? Wie steht es um unsere Krankenhäuser und das Personal in der Pandemie?“ entstehen.

Viele Gäst*innen, die wichtige Eindrücke liefern konnten, haben eine echte politische Fachdebatte etablieren können, die die Zuhörenden in ihren Bann zog.

Johannes Wagner, Grüner Bundestagsabgeordneter und Kinderarzt, sowie der ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses, Dr. Lorenz Bott-Flügel, Ary Witte-Kriegner, der Geschäftsführer der Algasinger Einrichtung für Menschen mit Assistenzbedarf und Antonia Friedel, die als Physiotherapeutin in einer Klinik arbeitet und über massive Überlastung berichtet, waren als Expert*innen zu Gesundheitsthemen geladen und haben gut eineinhalb Stunden lang Fragen von GJED-Sprecherin Laetitia Wegmann beantwortet und sich eine intensive Diskussion auf hohem fachlichen Niveau geliefert, die für alle Zuhörenden sehr spannend und informativ war, indem ein präziser Blick auf die verschiedenen Probleme im Gesundheitssystem geworfen wurde und mögliche Lösungen erörtert wurden. Analog dazu sprach Johannes Wagner MdB von einem „Blumenstrauß“ an Maßnahmen, den es bräuchte, um das Gesundheitssystem zu reformieren.

Dr. Lorenz Bott-Flügel berichtete von einem Massiven Personalmangel, der völlig im Gegensatz zu der Situation auf dem medizinischen Arbeitsmarkt stehe, die früher geherrscht habe. Grundsätzlich gelte heutzutage: „Wer nicht ausbildet, wird kein Personal mehr finden!“

Antonia Friedel berichtete von chronischer Unterbesetzung, in ihrer Klinik seien teils 3 Physiotherapeut*innen für 90 Patient*innen zuständig, die zusätzlich fachfremde Aufgaben erledigen müssen, weil kein anderes Personal verfügbar ist.

Ary Witte-Kriegner berichtete, dass insbesondere die Pflegefachkräfte deutliche Verbesserungen in der Bezahlung brauchen aber vor allem für alle Beschäftigten langfristige Verbesserungen in der Belastung anstehen. Durch die Corona-Pandemie habe sich die Situation in seiner Einrichtung nicht verschlechtert, jedoch sei der Zustand der Mitarbeitenden ernster geworden.

Johannes Wagner, der im Bundestag auch im Gesundheitsausschuss sitzt, informierte die Zuhörenden über viele Grundprobleme des Systems, es sei viel Geld da, jedoch sei es schlecht verteilt, das Fallpauschalensystem sei ein großes Problem. Er kritisierte, dass der Freistaat Bayern den Neubau von Kliniken entgegen den gesetzlichen Regelungen nicht voll übernimmt, was die Kosten für Krankenhäuser und Kommunen nur noch mehr in die Höhe treibe.

Dr. Lorenz Bott-Flügel fügte an, dass er nicht verstehe, wie man darauf käme, dass Deutschland mit Krankenhäusern überversorgt sei, er meinte: „Wo war die Überversorgung, als wir eine Patientin von Erding nach Bozen ausfliegen mussten, als innerhalb Deutschlands Patient*innen mit dem Flugzeug transportiert werden mussten, weil die Kliniken so überlastet waren?“ Aufgrund der multimorbiden Bevölkerung forderte Bott-Flügel, v.a. an Johannes Wagner gewandt, dass es anstatt vieler Spezialist*innen lieber mehr allgemeine Ärzt*innen geben sollte, die eine breite Basisversorgung gewährleisten.

Johannes Wagner zeigte sich offen für die Eindrücke von Friedel, Witte-Kriegner und Bott-Flügel und bezeichnete das Gesundheitssystem als „Dampfer“, der vom Kurs der alten Regierung nicht unverzüglich „gewendet“ werden könne, gegebenenfalls werde es in Zukunft nicht mehr in allen Krankenhäusern die Infrastruktur für komplexe Operationen geben, und es werde auch sogenannte „Versorgungszentren“ geben, die die Basisversorgung unterstützen. Johannes Wagner äußerte sich unterstützend gegenüber einer allgemeinen Impflicht: „Ich werde meinen Teil nicht zulassen, dass wir im nächsten Winter wieder die gleiche Situation haben!“

Schon bald wird die Grüne Jugend Erding die nächste Veranstaltung abhalten, landkreisübergreifende Aktionen mit den Grünen Jugenden aus Freising und Ebersberg sind bereits in Planung. Wir halten Sie auf dieser Website auf dem Laufenden. Fragen gerne an vorstand@remove-this.gj-erding.de, oder an unsere Sprecher*innen konrad.thees@remove-this.gj-erding.de und laetitia.wegmann@remove-this.gj-erding.de!

Fakten zum Personalmangel im Gesundheitswesen: