OV Erding: Meinung zu den Unwettern

OV Erding: Meinung zu den Unwettern

Text des Videokommentars von Konrad Thees auf Instagram @konrad.gruen vom 16. Juli 2021

Statement vom 16.07.2021

Okay, also, ich möchte jetzt mal ein paar Gedanken äußern. Bei den Unwetterkatastrophen der letzten Tage sind, Stand 11 Uhr 50, mindestens 93 Menschen ums Leben gekommen. Leute, die in ihren Kellern ertrinken, ein Feuerwehrmann, der aufgrund der Rettung eines Bürgers selbst sein Leben verlor, unzählige zerstörte Straßen und Häuser. Traumatisierte Bürgerinnen und Bürger. All das sind Eindrücke, die sich in den nächsten Tagen noch verdeutlichen und hoffentlich für immer in unser kollektives Bewusstsein einbrennen werden. Das hier ist mein Appell, meine Meinung, mein faktenbasierter Kommentar zu dem, was passiert ist. Ich kann es nicht mehr hören. Politiker*innen der aktuellen Bundesregierung, die versprechen, mehr für den Klimaschutz zu tun, und das Ganze aber nicht durchdenken. Klimaziele, die krachend verfehlt werden, viel zu niedrig gesetzt werden und eine Debattenkultur in der die nachgemeldeten Einkünfte von Özdemir, Baerbock und Lauterbach wichtiger sind als die verdammten Inhalte der Parteien, der demokratische Wettstreit um die besten Lösungen. All das passiert und wird auch weiterhin passieren. Solche extremen Ereignisse sind kein Extremum mehr. Sie werden immer schlimmer, immer häufiger und immer länger werden. Und wenn die Welt das Pariser Klimaabkommen so krachend und teilweise absichtlich verfehlt, wie Deutschland es tut, dann ist die Menschheit bedroht und Unzählige, Millionen und Milliarden werden ihr Zuhause verlieren, sterben und an verschiedensten Folgen des Klimawandels zugrunde gehen. Wollen wir das weiterhin ignorieren? Die Klimakatastrophe ist jetzt! In diesem Moment sterben Menschen auf der ganzen Welt am menschengemachten Klimawandel. Und wir diskutieren immer noch darüber, ob man sich Klimaschutz leisten kann. Man muss ihn sich leisten, es gibt keine Alternative. „Die Irreversibilität der Veränderung ökologischer Systeme ist glaube ich einfach noch nicht begriffen worden“ Das sagte die Nachhaltigkeitswissenschaftlerin und Politökonomin Maja Göpel 2019 in der Bundespressekonferenz. Sie hat immer noch Recht. Wie traurig ist das bitte? Ich habe überhaupt keine Lust mehr über Kosten des Klimaschutzes zu reden. Die verdammte Aufgabe der Regierung ist es, uns zu retten. Wissenschaftliche Erkenntnisse durch demokratische Prozesse in Gesetze umzuformulieren und verdammt nochmal die Erde zu retten, das ist ihre Aufgabe! Denn wenn sie das nicht tut, wenn wir den radikalen Klimaschutz nicht in die Tat umsetzen, und radikal hieße in diesem Zusammenhang traurigerweise nur ausreichend, was radikal gut im Vergleich zur unzureichenden, ängstlichen und somit letztendlich lebensgefährdenden Politik der aktuellen Bundesregierung wäre, dann werden wir unvorstellbare Summen bezahlen müssen, mit Geld und vor alle auch mit Menschenleben. Rezo sagte noch 2019 „sich selbst Ziele setzen und dann nicht einhalten, was ist denn das für ein inkompetenter shit?“ Auch er hat immer noch Recht. Vor allem dann, wenn die selbst gesetzten Ziele nicht mal ambitioniert genug sind. Die Bundesregierung hat aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts ihre Pläne geändert, die in Teilen verfassungswidrig waren. Aber auch für diese neuen Ziele gibt es keine festen Pläne, keine konkreten Ideen, wie die Ziele erreicht werden sollen. Das halte ich für ein Armutszeugnis. Ich bin einfach nur zutiefst enttäuscht und traurig, weil mir selbst mit einer optimistischen Grundhaltung nichts anderes übrigbleibt als voll Angst und Schrecken in die Zukunft zu schauen. Und wenn jetzt irgendjemand sagt, dass ich die Katastrophe missbrauche, um meine politische Meinung zu verdeutlichen, den kann ich nur sagen: Du willst es aber auch nicht verstehen, oder? Ich versuche einen Beitrag zu einer Debatte zu liefern, die zu konsequentem Klimaschutz führen sollte. Diesen Punkt möchte ich gerne mit einem Zitat von Luisa Neubauer verdeutlichen. „Man kann schon über das Hochwasser sprechen, ohne auf die eindeutigen Zusammenhänge zwischen diesen Extremen & der Klimakrise einzugehen.

Man kapitalisiert dann halt Klimafolgen, um eine Politik zu normalisieren, die die Wissenschaft überhört und immer mehr Klimakrise produziert.“

Lasst euch das mal durch den Kopf gehen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als den unfassbar tapferen Helferinnen und Helfern zu danken, die in diesem Moment Leben retten. Auf dass alles unternommen wird, ihren Einsatz in Zukunft nicht noch mehr nötig zu machen.

Text des Videokommentars von Konrad Thees auf Instagram @konrad.gruen vom 16. Juli 2021