
Erdinger Bündnis für Klimaschutz und Flächensparen fordert den Verzicht der geplanten Nordumfahrung Erding (ED99).
Die Position von Bündnis 90/Die Grünen KV Erding, 5. Juni 2021:
Der Kreisverband Erding Bündnis 90/Die Grünen unterstützt das Aktionsbündnis gegen das Bauvorhaben ED99 und ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren zu erheben.
Viele Unternehmen haben erkannt, dass eine Videokonferenz im Vergleich zu einem innerdeutschen Flug die wesentlich günstigere, schnellere und damit effektivere Variante darstellt, sich im Team über Projekte und Vorhaben auszutauschen. Auch das Homeoffice hat bei vielen Unternehmen einen völlig neuen Stellenwert eingenommen. Dies hat zur Folge, dass sowohl der Flugverkehr als auch der PKW-Verkehr zum Flughafen München massiv abgenommen haben und die ursprünglich für die Planung der ED99 zugrunde gelegten Zahlen voraussichtlich auch in Zukunft nie erreicht werden! Die Ideen zu einer 3. Start- und Landebahn des Flughafens sind damit ebenfalls Geschichte.
Der reduzierte Flughafenverkehr sowie der bereits begonnene dreispurige Ausbau der FTO bedeuten einen an dieser Stelle wesentlich besseren Verkehrsfluss. Dadurch wird zusätzlich Schleichverkehr aus der Stadt über die bestehende B388 im Süden genommen.
Die Mobilitätswende hin zu lokal emissionslosen Fahrzeugen wird für die Anwohner*innen der Anton-Bruckner-Straße zusätzlich Abgase und Lärm reduzieren – wesentlich mehr als die prognostizierten Entlastungen durch die ED99.
Die ursprünglich angesetzten Kosten in zweistelliger Millionenhöhe für den Bau dürften kaum ausreichen und deren teilweiser Finanzierung über den Umlandfonds der Flughafen München GmbH steht auf dünnem Eis. Die Verschwendung von Geldern im Rahmen einer einseitigen Bevorzugung des Straßenbaus für PKW muss ohnehin ein Ende finden! Stattdessen sind die verfügbaren Mittel in die Sanierung bestehender maroder Straßen, in den Bau von Radwegen und in einen sinnvollen Ausbau der Schiene umzuschichten!
Mit der Verhinderung sinnfreier Straßenbauprojekte wie der ED99 oder dem vierspurigen Ausbau der FTO beenden wir die Verschwendung von Geldern! Die Förderung der Mobilitätswende hin zu einem Verkehrsmix aus Fahrrad, ÖPNV und Elektroauto trägt zum Klima- und Naturschutz bei und bedeutet für uns alle ein Plus an Gesundheit! Hierfür brauchen wir ein generelles Umdenken in der Politik, welches wir mit einer grünen Bundesregierung wesentlich beschleunigen können.
Stefan Herbasch & Annett Burgarth
Sprecher*innen
News vom 4. Juni 2021
Nordumfahrung Erding aufgeben!
Erdinger Bündnis für Klimaschutz und Flächensparen fordert den Verzicht der geplanten Nordumfahrung Erding (ED99).
Am heutigen Aktionstag, den 4. Juni zeigt das Bündnis die drastische Landschaftszerschneidung bei Langengeisling auf.
Zur Zeit findet die Anhörung zum Planfeststellungsverfahren Erdinger Nordumfahrung (ED99) statt. Diese soll das Naherholungsgebiet an Sempt und Fehlbach auf einem massiven Damm und Brückenbauwerk kreuzen. Die Straße soll 9 km durch landwirtschaftliche Flächen gehen. Die Folge wäre ein erheblicher Flächenverbrauch und die Zerstörung von Natur, Naherholung und landwirtschaftlicher Flächen. Das Bündnis für Klimaschutz und Flächensparen und weitere engagierte Bürger lehnt die angebliche Entlastungsstraße ab.
Und das sind ihre Worte:
Der Kreisvorsitzende des Verkehrsclub Deutschland und Grünen-Mitlglied Alfred Schreiber hat eine klare Botschaft: „Die ED 99 ist als Flughafenzubringer mit einer 3. SL-Bahn geplant. Diese ist wohl endgültig gestorben. Damit hat sich auch die ganze Entwicklung geändert. Es braucht keinen weiteren Zubringer zum Flughafen München!“
Landwirt Jakob Maier und Tagwerk-Geschäftsführer Michael Rittershofer sind sich einig: "Wir können es uns nicht mehr leisten, noch mehr Landschaft und fruchtbaren Ackerboden unter Asphalt zu begraben."
„Und die Straße bedeutet einen weiteren massiven Eingriff in Lebensräume von Kiebitz und Feldlerche und den europarechtlich geschützten Strogn-Lauf,“ erläutert LBV-Vorsitzende Uschi Schmidt-Hoensdorf.
Bockhorner und Langengeislinger Bürger und Bürgerinnen haben erkannt, dass eine neu Straße nur mehr Verkehr erzeugt.
Norbert Hufschmid, Ortsvorsitzender des BUND Naturschutz (BN) Erding ruft deshalb zu Einwendungen gegen die geplante Nordumfahrung Erding auf. „Noch bis 28. Juni können alle Bürger und Bürgerinnen bei der Gemeinde Bockhorn ihre Bedenken und Forderungen einbringen.“ Denn die Planung hat keine Rechtfertigung mehr. Klimaschutz und eine andere Mobilität sind wichtiger. Eine Mustereinwendung stellt auch der BN Erding auf seiner Homepage zur Verfügung.
Grünen-Kreisrat Wolfgang Fritz, Initiator des Bündnisses, fordert einen sofortigen Planungsstopp für alle derzeit geplanten Straßenbauprojekte im Landkreis Erding: die Nordumfahrung Erding ED 99, die Flughafentangente Ost (FTO – ST 2580) sowie die B 388 Ortsumfahrungen Moosinning, Erding Süd-Ost, Grünbach und Taufkirchen.