Stellungnahme zur Versorgungsanalyse im Gesundheitsbereich in Wartenberg

Stellungnahme zur Versorgungsanalyse im Gesundheitsbereich in Wartenberg

Bei der Marktgemeinderatssitzung am 22. Juli 2020 wurde unter anderem über eine "Versorgungsanalyse" diskutiert, welche in der nächsten Zeit von der privaten Beratungsfirma IWG Sales durchgeführt und 2,- Euro netto/Einwohner kosten wird. Dabei handelt es sich um eine Studie zur Versorgung von Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern in Wartenberg. Wir, die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, haben gegen diese Versorgungsanalyse gestimmt und möchten unsere Entscheidung hierzu begründen – nicht zuletzt, weil das Thema „Ärzteversorgung in Wartenberg", wie bereits in unserem Wahlprogramm formuliert, für uns ein wichtiges Anliegen ist.

1. Bevor so eine teure Analyse in Auftrag gegeben wird, hätten wir als ersten Schritt eine direkte Kommunikation mit den Ärzten und Gemeinderäten*innen in Wartenberg als sinnvoll befunden („Runder Tisch"). Hierbei ist der persönliche Eindruck über die aktuelle Situation rund um die ärztliche Versorgung in Wartenberg relevant. Ein Arbeitskreis, z. B. bestehend aus einer Person pro Fraktion, Ärzten und anderen im Gesundheitswesen Beteiligten, wäre unserer Ansicht nach eine ideale Lösung gewesen. Dieser Kreis hätte beispielsweise mit den Ärzten kommunizieren, sich über die Bedürfnisse und Anliegen der Betroffenen informieren und anhand solcher Informationen weitere Pläne für die Verbesserung der Versorgung im Gesundheitsbereich in Wartenberg machen können. Wir erachten es als außerordentlich wichtig, sich ein persönliches Bild über die aktuelle Situation zu verschaffen, um auch folgerichtig zu handeln und zu entscheiden. Dies ist sicherlich mit einem beträchtlichen Zeitaufwand für die Beteiligten verbunden, aber angesichts der Wichtigkeit dieser Thematik ist es uns das wert. In einem zweiten Schritt hätte dann, falls notwendig, eine Versorgungsanalyse in Auftrag gegeben werden können.

2. Bereits 2018 wurde eine Versorgungsanalyse getätigt und vorgestellt. Diese ist in unseren Augen fundiert und stellt relevante Handlungsempfehlungen vor (beispielsweise die zwischenzeitliche Containerlösung für Ärzte, denen noch keine geeigneten Praxisräume zur Verfügung stehen). Wir hätten die Analyse für die weiteren, konkreteren Planungen verwendet – nicht zuletzt, weil sie damals rund 15.000 Euro gekostet hat und in der Zeitspanne von zwei Jahren nach wie vor eine Aktualität vorweisen kann. Die bevorstehende neue Versorgungsanalyse wird nun erneut rund 13.000 Euro netto kosten, wobei ähnliche Ergebnisse zu erwarten sind.

Wir möchten nochmals betonen, dass wir voll und ganz hinter der Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Wartenberg stehen. Eine Ablehnung einer Versorgungsanalyse, ohne vorher gemeinsam mit den Gesundgheitsdienstleistern in einem Arbeitskreis zu sprechen, bedeutet keinesfalls, dass wir uns nicht für eine bestmögliche Versorgung für Wartenberg einsetzen werden. Uns ist für eine erfolgreiche Verbesserung der Ärzteversorgung vor Ort jedoch eine durchdachte und ressourcenorientierte Vorgehensweise, wie oben dargestellt, mit Beteiligung der Betroffenen wichtig.

Gez. von der Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,

Dominik Rutz, Melanie Falzetta, Martina Scheyhing