Corona und Klima – Katastrophenfälle für Alt und Jung

Corona und Klima – Katastrophenfälle für Alt und Jung

Die Älteren von uns und die Menschen mit Vorerkrankungen erleben derzeit eine große Welle an Solidarität und Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft. Alle halten sich an strenge Einschränkungen ihres Alltagslebens, um die Infektionsgefahr für die Risikogruppe zu minimieren. Eine schwere Lungenerkrankung, die womöglich zum Tode führt, oder ein Zusammenbruch unseres Gesundheitssystems sind Schreckensszenarien, die sich jeder Mensch vorstellen kann. Für die einschneidenden Kontaktverbote haben deshalb die allermeisten Verständnis. Ja, es steigen sogar die Sympathiewerte für die Regierenden, die diese strengen Regeln erlassen haben.Eine Gerechtigkeit zwischen den Generationen würde so aussehen, dass sich die Gesellschaft mit der selben Solidarität auch für die Jungen einsetzt. Das existenzielle Risiko der Jungen heißt nicht Coronavirus, sondern Erderhitzung. Deren Folgen sind gewaltig: Dürresommer, Ernteeinbußen, Orkane, Schädlingsbefall, absterbende Baumarten, steigende Meeresspiegel, tropische Krankheiten. Das Problem dabei: dieses Szenario entfaltet seine Wucht nicht so akut wie Corona, sondern schleichend. Deshalb wird es von den meisten Menschen immer noch verdrängt, und die Älteren wird es persönlich auch nicht mehr so stark treffen.Die Maßnahmen, mit denen die Erderhitzung gebremst werden kann, sind bekannt: Sonnen- und Windenergie ausbauen (also Solar-Deckelung und 10H-Abstandregel abschaffen), Gebäude konsequent dämmen, Landwirtschaft extensivieren, Verkehr reduzieren. Wenn aber die Grünen zum Schutz des Klimas einen Veggie-Day oder ein Tempolimit vorschlagen, geht ein Aufschrei der Empörung durchs Land. Auch in der letzten Stadtratssitzung wurde die GAL-Fraktion – ausgerechnet von einem jungen Familienvater – als "Partei, die immer gängelt und verhindert" gebrandmarkt.In der Coronakrise beweist die Regierung, dass sie zu entschlossenem Handeln fähig ist. Und die Gesellschaft zeigt Einsicht und passt ihr Verhalten den Erfordernissen an, auch wenn das mit großen Einschnitten in die persönliche Freiheit verbunden ist.Wir würden uns wünschen, dass das entschlossene Handeln zum Wohl der Alten und unseres Gesundheitssystems künftig gleichermaßen auch zum Wohl der Jungen und unseres Ökosystems praktiziert wird. Denn für Corona wie für das Klima gilt: es ist verdammt ernst.