Brunch zum Weltfrauentag – mit Frauenpower durch die Marktgemeinde

Brunch zum Weltfrauentag – mit Frauenpower durch die Marktgemeinde

Wartenberg, 09.03.2020 Am Sonntag, 8. März fand im Café Härtl, auf Einladung des Ortsverbands der Grünen Wartenberg, die Veranstaltung „Brunch zum Weltfrauentag – mit Frauenpower durch die Marktgemeinde“ statt. Der Einladung folgten ca. 30 Mitbürger*innen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Bürgermeisterkandidaten Dominik Rutz. Als kleine Aufmerksamkeit für den besonderen Tag schenkte er allen anwesenden Frauen ein Herz aus Holz mit einem herzförmigen Teelicht – alles von Rutz selbst gemacht.

Es folgte der Vortrag der Spitzenkandidatin für den Marktgemeinderat, Melanie Falzetta, die zu Beginn deutlich machte, dass das Verschenken von Rosen am Weltfrauentag eine „nette Geste“ sei, aber aufgrund der Bedeutung und Relevanz eher eine Aufklärung benötige.

Zunächst wurde die Geschichte des Weltfrauentages erzählt: Bedeutende Frauen wie Louise Otto-Peters oder die „Mutter des Internationalen Frauentages“ Clara Zetkin, die sich für das Frauenwahlrecht einsetzten, wurden vorgestellt. Weiterhin wurden der Verlauf und die Entwicklung des Weltfrauentages gezeigt. So fand der erste Frauentag am 19. März statt – erst ab 1921 wurde der Weltfrauentag fest auf den 8. März gelegt. Ab 1919 verzeichnete sich der erste Erfolg: Frauen erhielten das aktive und passive Wahlrecht. 80% der 17 Millionen stimmberechtigten Frauen nahmen ihr Wahlrecht wahr, 300 Frauen kandidierten und 37 Frauen wurden gewählt.

Auch Kurioses zeigte Melanie Falzetta im Vortrag, indem sie beispielsweise erläuterte, dass Frauen offiziell erst seit 1962 ein eigenes Bankkonto eröffnen können, seit 1977 einen Beruf ohne die Einwilligung des Mannes nachgehen können und die Vergewaltigung in der Ehe erst seit 1997 eine Straftat darstellt.

Im Anschluss zeigte sich anhand eines Gegenwartbezuges, welche Relevanz der Weltfrauentag in der heutigen Zeit noch hat: Nach wie vor verdienen die Frauen bei gleicher Arbeit weniger Gehalt (21 Prozent) und sind in der Politik unterrepräsentiert. „Was die Gleichstellung betrifft, gibt es noch viel zu tun“, resümierte Falzetta, „Die Hälfte der Macht gehört den Frauen. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Wir sind noch lange nicht am Ziel, es gibt noch viel zu tun. Wir müssen diesbezüglich gemeinsam dafür kämpfen und dazu gehört auch, im Kleinen anzufangen.“

Im Anschluss folgte eine Debatte, in der deutlich wurde, dass die Unterrepräsentanz der Frauen in der Politik als auch die ungleiche Entlohnung die Anwesenden beschäftigte. Auch die möglichen Ursachen der wenigen Frauen im Marktgemeinderat wurden in offener Runde diskutiert. Hier äußerte Melanie Falzetta ihren Wunsch, mehr Frauen im Marktgemeinderat zu sehen, da dieser über eine repräsentative Funktion verfüge und fast die Hälfte der Bürger*innen Wartenbergs Frauen sind.

Gleichzeitig blickte Falzetta auf die kommende Kommunalwahl: „Am 15. März haben Sie die Chance, viele engagierte und kompetente Frauen in die bayrischen Parlamente zu schicken. Nutzen Sie die Chance.“