Ein Wärmenetz in Wartenberg könnte ein großer Beitrag zum Klimaschutz sein

Ein Wärmenetz in Wartenberg könnte ein großer Beitrag zum Klimaschutz sein

Wartenberg, 11.01.2020 Mit was ersetze ich meine alte Heizung? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Bürgerinnen und Bürger, auch in der Marktgemeinde Wartenberg. Viele Heizungen sind in die Jahre gekommen und müssen ausgetauscht werden. Über 40 Interessierte folgten am vergangenen Freitag einer Einladung des Ortsverbandes der Grünen in Wartenberg zu einem Vortrag von Dominik Rutz, Bürgermeisterkandidat der Grünen, zum Thema "Energiewende vor Ort – Ein Bürgerwärmenetz für Wartenberg", darunter auch amtierende Gemeinderäte*innen und Listenkandidaten*innen von SPD, Freien Wählern, CSU, und der Neuen Mitte Wartenberg. Auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Michael Gruber von der SPD und Robert Hegenauer von den Freien Wählern waren anwesend, was Rutz sehr begrüßte, denn "überparteiliches Zusammenarbeiten zu so einem brisanten Thema ist wichtig", so Rutz.

Das Thema Wärme wird in der öffentlichen Diskussion und in der Politik viel zu wenig behandelt, auch weil Heizen mit erneuerbaren Energien technisch viel komplexer ist als zum Beispiel die Montage und der Betrieb einer Photovoltaikanlage, die zur Stromproduktion dient. Doch der Handlungsbedarf ist enorm. Der Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte verursacht gut die Hälfte des gesamten Deutschen Endenergieverbrauchs, in privaten Haushalten sogar etwa 90%. Der Anteil erneuerbarer Energien im Wärmesektor in Deutschland stagniert aber seit einigen Jahren bei mageren 14%.

"Wir sind es unseren Kindern und zukünftigen Generationen schuldig, dass wir uns alle anstrengen, nachhaltige und klimafreundliche Lösungen für das Heizen umzusetzen" so Rutz, der seit 14 Jahren in einem Münchner Beratungsunternehmen internationale Forschungs- und Marktunterstützungsprojekte leitet, die alle das Ziel haben, klimafreundliche Technologien im Energiesektor voranzubringen.

Schon vor einigen Jahren wurde in Wartenberg versucht, ein Wärmenetz aufzubauen, das vor allem die öffentlichen Gebäude (Schule, Turnhalle, Kindergarten), aber auch Privatwohnungen versorgen sollte. Ein Wärmenetz in Wartenberg hätte für viele Anwohner große Vorteile. Sie müssten sich um nichts mehr kümmern, hätten mehr Platz im Keller und müssten sich keine Gedanken mehr machen, wie sie zum Klimaschutz beitragen könnten. Leider ist aus den Vorplanungen damals nichts geworden. Der Grund dafür liegt nicht an den Technologien, die sind ausgreift. So große Projekte können nur mit politischem Willen umgesetzt werden, wenn viele an einem Strang ziehen und vor allem, wenn die Bürger informiert und mitgenommen würden. Dass das sehr gut klappen kann, zeigen viele Beispiele von Wärmenetzen in der Region.

Man müsse die Chance nutzen, dass die Heizung in der Marie-Pettenbeck Schule ausgetauscht werden muss. In der Diskussion mit den Zuhörern hob Rutz außerdem hervor: "Die Nutzung von Erdgas ist dabei keine Option, denn Heizen mit Erdgas ist für das Klima nicht viel besser als das Heizen mit Öl. Es kann nicht sein, dass so viele Jugendliche für mehr Klimaschutz demonstrieren, wir das dann ignorieren und eine Gasheizung einbauen, nur weil es bequem ist". Auch Michael Paulini, der sich im Gemeinderat für nachhaltige Lösungen einsetzt, erwähnte, dass man nicht nur immer Probleme sehen solle, sondern erstmal an die Möglichkeiten denken solle. Zum Schluss der Diskussion erhob noch einer der drei jungen Männer von der Klimainitiative Fraunberg, die durch ihre Vorträge zum Klimawandel bekannt ist, das Wort und forderte alle Bürgerinnen und Bürger und Kommunalpolitiker auf, für mehr Klimaschutz zu handeln.