Pressemitteilung Bündnis90 / Die Grünen Wartenberg: Ein Wärmenetz für Wartenberg? Wir brauchen ein energetisches Gesamtkonzept!

Pressemitteilung Bündnis90 / Die Grünen Wartenberg: Ein Wärmenetz für Wartenberg? Wir brauchen ein energetisches Gesamtkonzept!

Wartenberg, 04.12.2019 Der im April neu gegründete Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen in Wartenberg hat einen ersten Erfolg erreicht, obwohl er noch nicht im Gemeinderat vertreten ist. Im Juli haben die Grünen, allen voran Bürgermeisterkandidat Dominik Rutz, einen offenen Brief an den Schulverband, die Bürgermeister und die Gemeinderäte verfasst. Darin forderten sie, dass Möglichkeiten für eine Wärmeversorgung der Schule mit erneuerbaren Energien, statt mit dem klimaschädlichen Erdgas, untersucht werden. Nach damaligen Aussagen der CSU war die Festlegung auf eine Gasheizung und ein Gas-Blockheizkraftwerk (BHKW) schon fast beschlossene Sache, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könne. Der offene Brief hat dazu geführt, dass sich die Beteiligten mehr Gedanken zu dieser Thematik gemacht haben und die Angelegenheit im Gemeinderat und im Schulverband noch einmal diskutiert wurde. Auch eine Veranstaltung von SPD/FDP hat vor kurzem das Energiethema aufgenommen. Vergangenen Montag wurde in der Schulverbandssitzung über neue Varianten mit Pellets und Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik diskutiert. Das ist sehr begrüßenswert und der Grüne Ortsverband freut sich über diese Entwicklung. Melanie Falzetta, Spitzenkandidatin der Grünen Gemeinderatsliste und Lehramtsstudentin, die in der Marie-Pettenbeck-Schule als Hausaufgaben-/ und Nachmittagsbetreuerin arbeitet, sagt dazu: "Klimaschutz betrifft vor allem die Kinder und Jugendlichen, weshalb sie das in Demonstrationen für das Thema kundtun. Deshalb sollte sich die Marktgemeinde dafür einsetzen, auch die Schule klimafreundlich auszustatten und somit ein Vorbild sein."

Leider ist, laut Presseberichten, ein Gas-BHKW als Teillösung immer noch nicht vom Tisch. Ein BHKW rentiert sich nur, wenn es möglichst viele Betriebsstunden läuft, um Strom zu produzieren. Das heißt, es müsste zum Teil auch im Sommer und in den Jahresübergangszeiten betrieben werden, wenn wenig Wärme gebraucht wird. Deshalb ist eine Wirtschaftlichkeit eines BHKWs fraglich und darüber hinaus ist es klimaschädlich. Sinnvoller wäre eine Stromversorgung der Schule zum Teil mit Photovoltaik und eine komplette Umstellung der Heizanlage auf andere Technologien wie Wärmepumpe, Hackschnitzel, Solarthermie oder Pellets.

Was jedoch noch viel wichtiger ist, ist dass man sich zuerst auf ein Gesamtkonzept der dringend notwendigen Sanierung der Grund- und Mittelschule verständigt, bevor man versucht, nur ein Teilproblem zu lösen, wie den Heizungstausch. Rutz geht noch weiter: "Wir brauchen ein Gesamtkonzept für die Wärmeversorgung von Wartenberg." Nach dem von der großen Koalition gerade beschlossenen Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung, sollen fossil betriebene Heizanlagen durch verschiedene Maßnahmen (Verbot Ölheizungen, CO2-Preis) zurückgefahren werden. Da machen sich viele Wartenberger Gedanken, wie sie ihre eigene Heizung umstellen können, was keine einfache Entscheidung ist. Die Voraussetzungen für ein Nahwärmenetz, das die Schule, Turnhallen, Kindertagesstätten und Wohngebäude versorgt sind gegeben und es wäre eine große verpasste Chance, das nicht jetzt anzugehen, wenn die Heizung der Schule eh ausgetauscht werden muss.

Rutz möchte die Möglichkeiten für ein Bürgerwärmenetz in Wartenberg untersuchen lassen: "So ein Nahwärmenetz könnte durch Wärmeleitungen Haushalte in Wartenberg mit Wärme versorgen. Betreiber könnte eine Bürgerenergiegenossenschaft sein. Das hätte für jeden Wärmeabnehmer den Vorteil, dass man keine eigene Heizanlage mehr bräuchte, sondern nur eine kleine Übergabestation. Dadurch würde in vielen Häusern ein Kellerraum für andere Nutzungen frei werden. Außerdem müsste sich nicht jeder individuell um die Versorgung mit Brennstoffen kümmern und das Geld für z.B. Hackschnitzel würde in der Region bleiben, statt es für Importe von Erdgas oder Heizöl aus anderen Ländern auszugeben. Schließlich wäre das ein echter Beitrag zum Klimaschutz in Wartenberg. Wir fordern, dass endlich angefangen wird, Zusammenhänge in der Marktgemeinde gesamtheitlich zu betrachten und nicht nur isolierte Einzelfalllösungen für Probleme zu suchen."

Unser Bürgermeisterkandidat Dominik Rutz steht mit seinem Motto "Weil wir hier leben: Global denken, lokal handeln" für so einen Politikwechsel in Wartenberg. Es selbst arbeitet seit 14 Jahren in einer Münchner Beratungsfirma, die erneuerbare Energien unterstützt. Er hat viele internationale Forschungsprojekte dazu koordiniert unter anderem zwei, in denen es um den Aufbau und die Effizienzsteigerung von Nah- und Fernwärmenetzen geht. In einer Infoveranstaltung mit dem Titel "Ein Bürgerwärmenetz für Wartenberg, ein Beitrag zur klimaneutralen Marktgemeinde" am Freitag, 10. Januar 2020, 19:30 im Reiter Bräu wird Rutz selbst über das Thema referieren. Interessierte Bürger*innen und Kommunalpolitiker*innen aus allen Parteien sind dazu herzlich eingeladen.