
Der bekannte Autor politischer Kriminalromane kam auf Einladung der Dorfener Grünen nach Dorfen Privatermittler Georg Dengler begeistert mit seinen verzwickten Fällen – die er natürlich stets aufzuklären vermag – eine große Leserschaft.
So kamen rund hundert Fans in den Jakobmayersaal, als Wolfgang Schorlau zu Gast war. Er ist der Autor der Dengler-Krimis und las aus seinem jüngsten Buch "Der große Plan", das sich mit der griechischen Finanzkrise befasst.
Die mit sehr viel Witz und Fabulierfreude vorgetragene Lesung stieg auch tief in die Aufarbeitung der deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland ein. Viele Zuhörer*innen dürften zum ersten Mal vom Ausmaß der von der Wehrmacht durchgeführten Massaker und Plünderungen erfahren haben und durch Schorlaus schonungslose Darstellung der Vorgänge schockiert gewesen sein.
Der Stoff des Buchs führt in die Absurditäten der Griechenlandrettung und Skrupellosigkeit internationaler Spekulanten ein. Bei seinen Ermittlungen in Griechenland werden Georg Dengler die Folgen des Spardiktats der Troika vor Augen geführt.
Hautnah erlebt er, dass Kinder und Rentner in Suppenküchen versorgt werden und sich keine Medikamente mehr leisten können. Franz Leutner moderierte die anschließende Diskussion und spannte am Schluss den Bogen zu einer anderen Herausforderung, mit der Griechenland auf Grund seiner europäischen Randlage konfrontiert ist: die völlig überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln.
Statt Griechenland effizient bei der Aufnahme der Flüchtlinge zu unterstützen, spekuliert die EU offenbar auf Abschreckung durch die unhaltbaren Zustände. "Diese inhumane Politik spiegelt sich auch in der Flüchtlingspolitik bei uns", sagte Leutner, der als ehrenamtlicher Vorstand die Dorfener Flüchtlingshilfe leitet. Viele Menschen würden in den Unterkünften depressiv und krank, weil sie mitunter bereits seit Jahren keine Privatsphäre und Sicherheit hätten und keine Ausbildung oder Arbeit aufnehmen dürften.
Leutners Appell, sich persönlich oder zumindest finanziell für die Flüchtlinge zu engagieren, führte zu einer großen Spendenbereitschaft des Publikums, so dass die Dorfener Grünen 250 Euro an die Dorfener Flüchtlingshilfe weiterleiten konnten.