
im Erdinger Anzeiger / Lokalteil am Donnerstag, 26. Juli 2018
Da in dem Artikel nur zu erfahren ist, dass „Grüne das Industriegebiet von Haus aus ablehnen werden“, möchte ich kurz einige Gründe für die Ablehnung der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen darstellen.
Wir sind der Meinung, dass die Grundstücke in dieser Lage viel zu wertvoll sind um sie mit Hallen zu zu bauen.
Wir können uns statt dessen an dieser Stelle eine Mischung aus Wohnen und verträglichem Handwerk vorstellen.
Anmerkungen zum geänderten Vorentwurf: Hallenflächen wurden eingespart; die größten Einsparungen, nämlich 83%, wurden im Bereich der Halle für das Kleingewerbe gemacht.
Die Fläche, die man sich gut für das örtliche Handwerk vorstellen könnte, wurde von 16.300 m² auf 2.800 m² reduziert.
Statt Stellplätze in Tiefgaragen unterzubringen um damit weitere Flächenversiegelungen zu vermeiden, wird ein 4-geschossiges Parkhaus mit 1.200 bis 1.500 m² Grundfläche als höchstes Gebäude geplant.
Die Einschränkungen, die Speditionen und Logistikbetriebe ausschließen sollen, sind so schwammig, dass sie unserer Meinung nach nicht zum Ausschluss führen werden.
Die Verkehrserhebungen ergeben eine Zunahme des Verkehrs um 2.300 -2.400 Kfz/24Std.. Die Aussage in der Vorlage „Das zu erwartende Verkehrsaufkommen infolge des Bebauungsplanes Nr. 225 mit knapp ca. 2.300 bis 2.400 Kfz/24 h (davon ca. 400 Lkw) spielt im Vergleich zum Verkehrsaufkommen der übrigen Bebauungspläne mit einem geschätzten Verkehrsaufkommen von ca. 10.000 Kfz/24 h keine entscheidende Rolle.“ hat uns doch sehr verwundert; eine Zunahme des Verkehrs um ein Viertel soll sich so wenig bemerkbar machen?
Dem Büro des Verkehrsplaners Kurzak wurde im Laufe des Verfahrens der Auftrag wegen „fachlicher Fehler“ (Stadtbaumeister Henrich) entzogen. Dieses Gutachten wurde dem Stadtrat trotz mehrfacher Nachfragen unserer Fraktion nicht zur Verfügung gestellt und wird ihm auch in Zukunft nach Aussagen des OB in der letzten Stadtratssitzung nicht zur Verfügung gestellt werden.
Da fragt man sich doch: Warum nicht? Das neue Gutachten der Firma Obermeier wird problemlos ans Protokoll gehängt.
Wo sollen in einem Raum mit Vollbeschäftigung die Arbeitskräfte herkommen? Wer schafft für sie bezahlbaren Wohnraum? Wer sorgt für die nötige Infrastruktur? ………..
Es gibt noch genügend Fragen, die dieses Konzept unbeantwortet lässt. Wir befürworten nicht einfach nur Konzepte oder lehnen sie ab, wir haben immer gute Gründe für unsere Entscheidungen.
Günther Kuhn, Fraktionssprecher B90/Die Grünen im Erdinger Stadtrat