
Die EVE, die vom Erdinger Landrat ambitioniert und mutig gegründet wurde um im Landkreis Erding die Windenergienutzung an ausgewählten Standorten voranzutreiben, erhielt mit der 10H-Regelung der Staatsregierung (Abstand des Windrades zur Wohnbebauung, 10 mal Windradhöhe) einen starken Dämpfer.
Wenn keiner der Bürgermeister, bzw. die Mehrheiten der Gemeinde- und Stadträte in den Kommunen den Mut aufbringt, sich trotz der 10H-Regelung für den Ausbau der Windenergie zu entscheiden, wenn sie sich nicht wie derzeit rechtlich zulässig für einen Bebauungsplan entscheiden, der einen geringeren Abstand ermöglicht, kann im Landkreis Erding kein Windrad gebaut werden.
Würde dadurch die EVE ihrer Aufgabenfelder beraubt?
Das „V" der EVE steht für Vision, und wer bei der Vision der Energiewende im Landkreis Erding nur an die Windenergie denkt, ist wahrlich kein Visionär.
Die Aufgaben der landkreisweiten Energiewende sind vielfältig, und Herr Bayerstorfer hat deshalb zu Recht bereits den Ausbau von Photovoltaikanlagen als eine der zukünftigen Aufgaben der EVE aufgezeigt.
Neben dem Ausbau der Photovoltaik drängen sich jedoch zahlreiche andere Aufgabenfelder der EVE auf:
Wer sollte diese Aufgaben im Landkreis Erding anpacken wenn nicht eine landkreisweite Organisation deren Fachkräfte (z.B. die Leiter der Stadtwerke Erding und Dorfen) bereits viel Fachwissen in diesen Bereichen haben?
Wie soll die Energiewende im Landkreis forciert werden, wenn nicht mit einer Organisation wie der EVE die die politischen Entscheidungsträger des Landkreises bündelt?
Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass in einigen Jahren erneut über die Realisierung von Windkraftanlagen im Landkreis diskutiert wird. Wenn nicht aufgrund einer erfolgreichen Klage gegen die 10H-Regelung dann aufgrund der energiepolitischen Notwendigkeit.
Wer die Energiewende in Bayern ernst meint, weiß dass wir ohne Gleichstromtrassen nicht weit kommen und ohne den verträglichen Ausbau der Windenergie auch nicht. Die Nachfolge von Horst Seehofer wird intern schon intensiv diskutiert. Die Neuausrichtung bzw. Modifizierung der 10H-Regelung wohl auch. Das Wegfallen der 10H-Regelung ist deshalb nur eine Frage der Zeit, wenn Bayern auch in Zukunft eine verlässliche, bezahlbare und klimaverträgliche Stromversorgung haben möchte.
Bis dahin gibt es genug notwendige und sinnvolle Aufgaben für die Energie Vision Erding.
Gerald Forstmaier
Umweltreferent der Stadt Dorfen