GAL Dorfen zu B15neu

GAL Dorfen zu B15neu

Dass Innenminister Hermann angesichts des geballten Widerstands gegen die Westtrasse der B15 neu derart schnell wieder zurückrudert und nun „eine normale Bundesstraße mit wechselnden Überholmöglichkeiten“ für ausreichend hält, lässt aufhorchen. Der Verdacht drängt sich auf, dass man uns Bürger/innen der Region mit dem Monster der 4-spurigen „Quasi-Autobahn“ bewusst schockiert hat, damit uns ­– relativ dazu – alle anderen Planungen als weniger belastend erscheinen und wir jeder „kleineren“ Lösung zustimmen – auch wenn deren negative Auswirkungen letztlich nur graduell geringer sind. Viele Menschen, darunter nicht wenige Politiker – und durchaus auch in der CSU – sind nämlich der Meinung, dass es eine B15 neu überhaupt nicht braucht! Wenn aber das Worst-Case-Szenario erst einmal abgewehrt ist, kann es geschehen, dass man vor lauter Erleichterung vergisst, dass man nicht nur eine „weniger schlimme“ B15 neu wollte, sondern eigentlich gar keine… Ist es das, was die Landes-CSU mit diesem Vorstoß bezweckt?

Dem Landkreis Erding, insbesondere dem Süden, steht durch die A94 ohnehin schon eine Natur- und Landschaftszerstörung gigantischen Ausmaßes bevor. Wie viel Zerschneidung unserer wertvollen Heimatlandschaft, wie viel Zerstörung unserer landwirtschaftlichen Flächen, wie viel Abwertung der Lebensqualität unseres Wohn- und Lebensraumes wollen wir noch hinnehmen?

Wenn es so weitergeht, werden wir in einigen Jahren zwar das perfekte, dicht gewobene, staufreie Verkehrswegenetz haben – aber diese Straßen werden durch eine versiegelte, zerstörte, öde und menschenleere Landschaft führen, in der von Lebensqualität keine Rede mehr sein kann.