
Am 25.05. fand in Erding der erste inklusive Spaziergang von Bündnis 90/ Die Grünen Erding zusammen mit der Caritas Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung statt. Ausgerüstet mit Rollatoren und Rollstühlen, die vom Sanitätshaus Plochmann zur Verfügung gestellt wurden und begleitet durch deren fachliche Unterstützung, erkundeten wir Erding mit dem Ziel, alltägliche Hemmnisse für Menschen mit Behinderung zu erfahren, aber auch gute Beispiele zu benennen, wo die besonderen Bedürfnisse für Menschen mit eingeschränkter Mobilität berücksichtigt werden.
Der Grüne Bezirkstagskandidat Florian Geiger wies zur Begrüßung darauf hin, dass die UN-Behindertenrechtskonvention “Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft” für Menschen mit Behinderung fordert, dies aber in vielen Bereichen der Gesellschaft noch nicht möglich ist. Er kritisierte auch, dass die Stelle der Behindertenbeauftragten des Landkreises derzeit nicht hauptamtlich besetzt ist.
Erste Station war die Stadtbücherei Erding. Der Zugang ist barrierefrei, die Regale nicht zu hoch und ein Aufzug vorhanden, um den ersten Stock und den Keller zu erreichen, wo sich die Toiletten befinden. Dort ist auch eine Behinderten-Toilette vorhanden, deren Zugang allerdings durch den Türschließer etwas erschwert wird. In den Lesegarten führt eine Rampe. Insgesamt sieht man, dass dort die Bedürfnisse behinderter Menschen mitgedacht wurden, es fand vor der Eröffnung auch eine Begehung statt, die noch nachträglich zu einigen Veränderungen führte. Die Rampe zum Lesegarten war zwar etwas zugewachsen, die im Weg hängenden Äste sollen aber demnächst entfernt werden.
Als nächstes besuchten wir den Bahnhof. Der Weg aufs den Bahnsteig ist barrierefrei gestaltet, trotzdem erwies sich der Zugang durch das notwendige Überwinden der Gleise als etwas beschwerlich. Das Befahren der S-Bahn ist gut möglich. Insgesamt ist der Bahnsteig aber etwas schmal, so dass Rollstuhlfahrer teilweise den Sicherheitsstreifen befahren müssen, um zum richtigen Waggon zu gelangen.
Der Weg durch die Stadt zurück zur Gaststätte war überwiegend gut möglich. Die Behindertentoilette am Kleinen Platz war in relativ gutem Zustand, etwas eng zwar, aber insgesamt gut zugänglich. Zum Abschluss im Weißbräu wurden die Erfahrungen ausgetauscht.
Die Teilnehmer zogen ein positives Fazit des Spaziergangs. Als wichtige Erfahrung wurde bewertet, dass der Perspektivwechsel die Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen behinderter Menschen erhöht habe. Manche Schwelle, die für Fußgänger kaum wahrnehmbar ist, birgt für einen Rollstuhlfahrer ein Hindernis, manchmal sogar eine Gefahrenquelle.
Die Spaziergänge werden im Laufe des Jahres noch in Isen, Taufkirchen und Dorfen angeboten.
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