Von Schnürsenkelbüglern und Schweinehunden

Von Schnürsenkelbüglern und Schweinehunden

Heiß her ging es beim grünen politischen Aschermittwoch in Landshut im großen Wahljahr 2013. Eine Delegation aus dem Erdinger Kreisverband, mit der Landtagskandidatin Helga Stieglmeier an der Spitze, lies sich schon mal auf den Wahlkampf einstimmen. Die SpitzenkandidatInnen Jürgen Trittin und Margarete Bause nutzten das Rednerpult für eine Generalabrechnung mit Schwarzgelb in Bund und Land.

Sicherlich ist es nicht gewöhnlich, dass der Papst von gleich zwei Grünen-PolitikerInnen an einem Vormittag gelobt wird. Doch zwei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung sind Jürgen Trittin und Margarete Bause voller Respekt für die Entscheidung von Benedikt XVI. "Ich habe gedacht, so ein Rücktritt geht nicht. Aber wenn das doch so einfach ist, dann werden wir das auch in Bayern nach 56 Jahren CSU-Herrschaft schaffen", so Margarete Bause.

Auch Jürgen Trittin ist überzeugt, dass es dieses Jahr gelingen kann, Bayern von 56 Jahren "schwarzen Fluch" zu befreien. Seehofer betreibe Politik nach dem "Alitalia-Prinzip" – will heißen, nach der Bruchlandung einfach umlackieren, in Anspielung auf denjüngsten Vorfall bei der italienischen Fluggesellschaft, bei dem ein verunglücktes Flugzeug über Nacht weiß gestrichen wurde. Trittin sieht Horst Seehofer derweil zu neuen Aufgaben berufen: "Wenn Crazy Horst immer noch was umlackieren will, soll er sich doch die Wagons seiner Modelleisenbahn im Keller in Ingolstadt vornehmen."

Die FDP, die Partei der "Schnürsenkelbügler", ließe sich von der CSU wie der Ochs am Nasenring durch die Manege führen, bretterte Margarete Bause. Jürgen Trittin legte in Anspielung auf Rainer Brüderle noch einen drauf: "Wir alle versuchen zu Beginn der Fastentage nach dem Aschermittwoch unseren Schweinehund zu überwinden, nur die FDP macht ihn zum Spitzenkandidaten."

Margarete Bause fasst die gute Stimmung im Saal und bei den vielen grünen WahlkämpferInnen zusammen: "Wir haben die Leidenschaft zu kämpfen und die Lust auf Veränderung. Wir sind bereit. Mit mehr Grün ist mehr drin für Bayern!"

Günther Kuhn

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